| Tag des offenen Denkmals mit dem Motto: „Historische Städte des Genusses“ |
|
|
| Mittwoch, den 09. September 2009 um 13:19 Uhr | ||
|
Handwerker präsentieren alte Techniken im Fachwerkbau und der Schiefereindeckung
Am Sonntag, den 13. September, findet – parallel zum Altstadtfest – wieder der bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. Das diesjährige Motto lautet „Historische Städte des Genusses“. Eine wesentliche Rolle spielen dabei historische Gasthöfe und Herbergen. In der Welterbestadt Goslar werden an diesem Tag ebenfalls Baudenkmale geöffnet und präsentiert, die einen besonderen Bezug zu diesem Thema haben. Im Zentrum der städtischen Aktionen steht der historische Ausspann in der Münzstraße. Bereits seit dem 16. Jahrhundert diente diese vierseitig umbaute, idyllische Hofanlage als Gaststätte und Herberge für Marktbeschicker und wandernde Handwerksgesellen. Die Zunftschilder an der Fassade erinnern an die geselligen Treffen der Handwerkszünfte. An diese Tradition soll am Tag des offenen Denkmals angeknüpft und gleichzeitig ein Bezug zur aktuellen praktischen Denkmalpflege hergestellt werden. Im Hof des Ausspanns findet von 11 – 18 Uhr eine Präsentation historischer Handwerkstechniken, die auch in der Denkmalpflege eine große Rolle spielen, statt. Die Goslarer Zimmermeister Martin Fricke, Frank Schulte und die Liebenburger Firma Holzbau Mahn zeigen, wie ein Eichenstamm mit traditionellen Werkzeugen behauen und Holzverbindungen im Fachwerkbau hergestellt werden. Auch sog. Reparaturverbindungen, die bei schadhaften Konstruktionshölzern im Baubestand zum Einsatz kommen, können besichtigt werden. Die Dachdeckermeister Florian Nicolai und Torsten Hense demonstrieren weiterhin an Modellen, wie man eine Fassadenverkleidung mit ortsüblichen Schieferschablonen fachgerecht herstellt oder eine Dacheindeckung in „altdeutscher Art“ vorgenommen wird. Der städtische Mitarbeiter und Tischlermeister Hans-Jörg Scheller arbeitet vor Ort an einer gewundenen Säule, die in dieser Art noch in vielen Goslarer Bürgerhäusern anzutreffen ist. Wandernde Handwerksgesellen treffen sich – wie in früheren Jahrhunderten – im Hof. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die bürgerlichen Gaststätten, die nach der Aufgabe und teilweisen Privatisierung der Stadtbefestigung in ehemaligen Wehrtürmen eingerichtet wurden. Eine historische Vorreiterrolle übernahm hier der Dicke Zwinger im sog. Thomaswall (südliche Wallanlagen). Nach der „Entfestigung“ der Stadt Goslar im Jahre 1791 wurde der Thomaswall in eine öffentliche Grünanlage (Bürgerpark) umgewandelt und ein Jahr später im Dicken Zwinger eine bürgerliche Gaststätte eingerichtet. Der heutige „Turmherr“ des Zwingers, Herr Mevers, wird um 10, 12, 14 und 16 Uhr durch den Turm führen. Fast 100 Jahre später, nämlich im Jahre 1886, wurde auch der Wehrturm am ehemaligen Rosentor in eine bürgerliche Gaststätte umgewandelt. Damals eröffnete Ernst Paul im Erdgeschoss des Turmes die „Altdeutsche Bierhalle zum Achtermann“. Der Turm ist Bestandteil des Hotels „Zum Achtermann“. Führungen werden seitens des Hotels um 11 und 15 Uhr angeboten. Schließlich hat auch in diesem Jahr wieder das Logenhaus in der Kornstraße 8 geöffnet. In diesem 1501 erbauten und 1630 umgebauten Bürgerhaus befindet sich seit 1808 der Sitz der Goslarer Freimaurerloge. Das Haus ist von 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet. Pressemitteilung als pdf downloaden Bildmaterial zur Pressemitteilung: Das Foto zeigt die Herstellung von Holzverbindungen im historischen Fachwerkbau. Diese mittelalterlichen Handwerkstechniken werden den Besuchern am Sonntag anlässlich des "Tag des offenen Denkmals" im Ausspann (eine historische Hofanlage) in der Münzstraße präsentiert.
|


