| Erntedank – kritischer Blick auf die Geschichte |
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| Donnerstag, den 01. Oktober 2009 um 14:08 Uhr | ||
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Ausstellung im Museum Am Sonntag, 4. Oktober, dem Erntedankfest, eröffnen um 11:30 Uhr Oberbürgermeister Binnewies und Propst Helmut Liersch gemeinsam eine Ausstellung im Goslarer Museum, in deren Mittelpunkt die kritische Auseinandersetzung um den Bückeberg bei Hameln und die „Reichsbauernstadt“ Goslar stehen. Das „Reichserntedankfest“ auf dem Bückeberg bei Hameln war der erste Feiertag, den die Nationalsozialisten als reichsweite Masseninszenierung eingerichtet hatten zur Mobilisierung breiter Bevölkerungsschichten der NS-„Volksgemeinschaft“. Gleichzeitig sollte den Kirchen mit dieser Gestaltung des Erntedanktags ein zentraler Bestandteil des Ausdrucks ihres Glaubens an den Schöpfergott genommen werden. Dass das Regime diesen Tag wählte und die Bauern in den Vordergrund ihrer Inszenierung stellte, hatte seinen Grund: Die deutschen Bauern galten dem NS-Regime als personifizierte Träger der NS-Weltanschauung von Blut und Boden. Sie wurden als „Blutsträger“ der arischen Rasse gehandelt. Diese drei Aspekte sind in der Ausstellung dokumentiert und kommentiert. Zum ersten Mal werden zudem die beiden zentralen Orte nationalsozialistischer Bauerninszenierung, der Bückeberg und die Reichbauernstadt Goslar, im Zusammenhang dargestellt. Basierend auf wesentlichen Teilen der Ausstellung „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933-1937“ von Bernhard Gelderblom werden grundlegende Dokumente zur Politik und Ideologie des Reichsnährstands vorgelegt. Diese Organisation der Zwangsvereinigung aller mit Ernährung befassten Teile der Bevölkerung hielt unter Führung von Richard Walther Darré ihre zentralen jährlichen Zusammenkünfte, die Reichsbauerntage, in Goslar ab. Zentrale Abteilungen dieser Einrichtung, wie etwa der Verlag „Blut und Boden“, waren in Goslar angesiedelt. Wichtige Erkenntnisse neuester Forschungen zum Handeln der Kirchengemeinden im Goslar der NS-Zeit zeigen, dass diese sich gegen die kultische „Vergottung von Volkstum und Rasse“ (Pastor Adolf Holtermann) energisch zur Wehr gesetzt haben. Sie sahen in den NS-Erntedankinszenierungen, der Erhebung der Bauern und ihres Führers zum „Schöpfer“, mit Recht einen zentralen Angriff auf den christlichen Glauben und die durch ihn vermittelten Werte. Die Ausstellung ist von der ev.-luth. Propstei Goslar in Kooperation mit dem Verein Spurensuche Harzregion e.V. und Bernhard Gelderblom, Hameln, erarbeitet worden, gefördert wird sie von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Pressemitteilung als pdf downloaden Bildmaterial zur Pressemitteilung:
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