| Stadt Goslar trauert um ihren Ehrenbürger Th. K. P. Schenning |
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| Donnerstag, den 18. November 2010 um 07:47 Uhr | ||
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Mit Betroffenheit hat Oberbürgermeister Henning Binnewies vom Tod des Ehrenbürgers der Stadt Goslar, Th. K. P. Schenning, erfahren, der am Dienstag, dem 16. November 2010, nach langer Krankheit verstorben ist. „Mit Th. K. P. Schenning verliert die Stadt Goslar eine zentrale Persönlichkeit des Kulturlebens und eine große Unternehmerpersönlichkeit“, würdigt Oberbürgermeister Binnewies den großen Förderer der Stadt Goslar und spricht der Familie seine tiefe Anteilnahme aus. Theodor Karl Peter Schenning wurde am 8. Mai 1923 in Düsseldorf geboren. Nach viereinhalbjähriger Kriegsteilnahme verschlug es Schenning nach Goslar. Hier begann seine berufliche Laufbahn im Hotel „Niedersächsischer Hof“, wo er bereits nach kurzer Zeit Geschäftsführer des dortigen englischen Casinos wurde. 1948 gründete er das Junior-Werk und führte es an die Spitze unter den deutschen Fenster- und Aluminiumbaubetrieben: Zum 25jährigen Bestehen hatte die Firma 800 Mitarbeiter und einen Umsatz von über 100 Mio. DM. Sie war mit ihren Produkten ebenso beim Bau des „Langen Eugen“ in Bonn vertreten wie bei Schulbauten in Saudi-Arabien. Schon vor dem Verkauf seiner Firma galt Schennings Interesse der modernen Kunst: die Junior-Galerien boten vielen Menschen – auch jenen, die nicht zu den regelmäßigen Besuchern von Museen und Ausstellungen gehörten – einen ersten Zugang zur Moderne. Schon hier deutete sich an, dass der von Victor Vasarely formulierte Satz „Kunst ist für alle da!“ für Schenning den Charakter eines Lebensmottos bekommen sollte. Mit der Gründung des „Vereins zur Förderung moderner Kunst e.V.“ und der Initiative zur Schaffung des Kaiserrings, Kunstpreis der Stadt Goslar, machte sich Th. K. P. Schenning einen Namen im Bereich der modernen Kunst. Erster Kaiserringträger wurde 1974 der englische Künstler Henry Moore. Damit erreichte Goslar internationale Bedeutung in der Kunstszene. Henry Moores Skulptur „Goslarer Krieger“, Blickfang im Garten der Kaiserpfalz, schenkte Schenning anlässlich seines 65. Geburtstages der Stadt Goslar. Mit der ebenfalls von Schenning initiierten Gründung des Mönchehaus Museums (1978) erhielt die moderne Kunst ihren festen Platz in Goslar, von hier aus eroberte sie die Stadt: ob Kriesters „Nagelkopf“, Serras „Gedenkstätte Goslar“, Dani Karavans „Brückenschlag“ oder Max Bills „Tor in Goslar“, zahlreiche Kunstwerke wurden von Schenning und der 1992 von ihm gegründeten Schenning-Stiftung der Stadt geschenkt oder als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Das Nebeneinander von historischer Bausubstanz, hochrangigen Denkmälern der Stadtgeschichte und herausragenden Werken der modernen Kunst trägt entscheidend zum Charakter des Goslarer Stadtbildes bei. Begegnete man der modernen Kunst in den ersten Jahren von Schennings Tätigkeit noch mit Skepsis, erhielt sie später eine immer breitere Akzeptanz: der „Verein zur Förderung moderner Kunst“, zunächst ein kleiner Zirkel von Gleichgesinnten, wuchs zu einem der größten Kunstvereine Deutschlands. Dies war kein Automatismus, sondern ist der Begeisterungskraft und der Beharrlichkeit zu verdanken, mit denen Th. K. P. Schenning Jahrzehnte lange Überzeugungsarbeit leistete. Ob als Vortragender vor städtischen Gremien, als nimmermüder Kommunikator mit Bürgern oder Medien oder als „Pater Jacobi“ in der Mönchskutte - die Gäste des Mönchehauses zu großzügigen Spenden ermunternd -, mit ganzer Kraft verfolgte Schenning sein Anliegen. Diese Kraft schöpfte er aus der Unterstützung seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau Sigrid, der Tochter Karen und den Söhnen Jürgen und Claus. Ihnen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme. Pressemitteilung als pdf downloaden
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