| Der Kaiserring Goslar 2012 geht an John Baldessari |
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| Freitag, den 06. Januar 2012 um 12:39 Uhr | ||
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„Ich will keine langweilige Kunst machen“ Dem US-amerikanischen Künstler John Baldessari wird der Kaiserring der Stadt Goslar des Jahres 2012 verliehen. Das gab Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk heute beim traditionellen Neujahrsempfang in der Goslarer Kaiserpfalz bekannt. Baldessari gilt als einer der einflussreichsten bildenden Künstler der letzten vierzig Jahre und als einer der Väter der konzeptuellen Kunst. Der in Kalifornien lebende achtzigjährige Künstler wird den Kaiserring am 6. Oktober 2012 in Goslar in Empfang nehmen. Die Jury würdigt mit der Auszeichnung einen Künstler, dessen umfangreiches Werk - zunächst mit dem Stichwort der Konzeptkunst versehen - gerade von jungen Künstlern wahrgenommen wurde. Das Werk entzieht sich der gängigen Einteilung: Seit Mitte der 1960er Jahre untersucht der 1931 in National City geborene Künstler mit Intelligenz und Witz die Bildrealitäten der Medien- Film- und Kunstwelt. In Fotocollagen, Billboards, Künstlerbüchern, Performances und Videoarbeiten spielt er mit Standards und Klischees der Alltagswelt und Massenmedien, verfremdet Bilder durch Ausblendungen und Verdeckungen und kombiniert Bild und Bild oder Sprache und Bild - doch niemals nur mit dem Ernst der Konzeptkunst, sondern eher mit dem Lächeln eines Weisen, der die richtigen Fragen stellt. Es ist ein Werk zwischen und mit vielen Medien, ein hybrides Werk zwischen Bild und Sprache, welches durch die Auseinandersetzung mit allegorischen und ikonografischen Traditionen neue Sinnzusammenhänge schafft. Baldessari bezog mit Humor das scheinbar Amateurhafte ein: Frühe Video-und Fotoarbeiten scheinen kuriose Lehrfilme eines Dilettanten - diese ironische, lebensfrohe Haltung teilte keiner seiner damaligen Zeitgenossen. “Ich will keine langweilige Kunst machen“ (1971) – das war ein Vorsatz für ein großes Œuvre, mehrfach geschrieben auf einer vergrößerten Schultafel. Erfrischend, zupackend machen sich seine „Cut Up“-Collagen, oft aus Filmen, Werbung und Printmedien, über Künstler-Attitüden ebenso lustig wie über die Theorielastigkeit mancher Kunstdiskussion der 70er Jahre. Sein Werk ließ Kalifornien, den Westen der USA erstmals in den Blickpunkt der Kunstszene rücken und zog junge europäische Künstler an. Ungemein einflussreich wirkte Baldessari ab 1970 als Lehrer am California Institut of the Arts in Los Angeles. Die Anerkennung seines Werkes hat sich seit seiner Einladung zur documenta 5, Kassel 1972 bis zur Krönung mit dem „Goldenen Löwen“ der Biennale Venedig 2009 und nunmehr dem Kaiserring 2012 entwickelt. Doch in Europa ist er trotz aller großen Erfolge immer ein „Künstler für Künstler“ geblieben. Bis heute erfindet sich Baldessari weiterhin neu. Es entstehen große farbig brillante Kompositionen, überdimensionale Skulpturen und Filminstallationen. Dies hat die Jury überzeugt, dem nunmehr 80jährigen den Kaiserring 2012 zu verleihen: „weil wir uns auf ein lebendig junges, neues Œuvre freuen!“, so Wulf Herzogenrath, Vorsitzender der Jury für den Kaiserring Goslar. John BaldessariJohn Baldessari (1931 in National City, Kalifornien geboren) lebt und arbeitet in Santa Monica, Kalifornien. Er studierte am San Diego State College; der U.C. Berkeley; der UCLA; dem Otis Art Institute, sowie dem Chouinard Art Institute. Baldessari empfing Ehrendoktorwürden der National University of Ireland, der San Diego State University sowie des Otis Art Institute und wurde 2004 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Unter seinen Auszeichnungen sind ein Guggenheim Fellowship (1986), der Oskar Kokoschka Preis (1996), der Governor's Award für sein Lebenswerk (1997), der SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen (1999) und der BACA International Award (2008). Im Juni 2009 erhielt John Baldessari den Goldenen Löwen der 53. Biennale von Venedig für sein Lebenswerk. Seine Arbeiten waren Teil der 47. (1997) und 53. (2009) Biennale von Venedig, der Carnegie International (1985-86), der Whitney Biennale (1983) sowie der Documenta V (1972) und VII (1982). Im Jahr 2005 wurde dem Künstler eine umfangreiche zweiteilige Retrospektive im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (‘Arbeiten 1962-1984’) und im Kunsthaus Graz (‘Arbeiten 1984-2004’) gewidmet. Er realisierte eine Ausstellung im Kunstmuseum Krefeld, Museum Haus Lange (2009) und eröffnete im Oktober 2009 seine große Retrospektive in der Tate Modern in London, die im Anschluss im MACBA, Barcelona (2010), dem LACMA, Los Angeles (2010) und dem Metropolitan Museum of Art, New York (2010/11) zu sehen war. Bei Sprüth Magers Berlin zeigte John Baldessari im September und Oktober 2011 neue Werke in seiner Ausstellung “Double Feature“. Im Frühjahr 2012 erscheint “Volume 1, 1956–1974“ von John Baldessaris Catalogue Raisonné. Kaiserring GoslarDer Goslarer Kaiserring ist einer der weltweit renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Vor Rosemarie Trockel, der Kaiserringträgerin von 2011, haben diesen Preis unter anderem Henry Moore, Max Ernst, Alexander Calder, Joseph Beuys, Christo, Cindy Sherman, Jenny Holzer, Robert Longo, Jörg Immendorff, Matthew Barney, Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch erhalten. Kontakt:Weitere Informationen sowie Bildmaterial finden Sie auf den Internetseiten des Mönchehaus Museums (www.moenchehaus.de) und der Stadt Goslar (www.goslar.de). Rückfragen beantworten wir Ihnen gern unter Telefon 05321 704-226. Auskunft erteilt auch die Direktorin des Mönchehaus Museums, Dr. Bettina Ruhrberg, Telefon 05321-29570, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Galerie Die Pressemitteilung als pdf-Dokument downloaden. Eine Bildergalerie mit Werken des Künstlers finden Sie auf www.moenchehaus.de/traeger/baldesri/baldesri.html.
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