vereint und doch getrennt – Zeugnisse der deutschen Teilung Drucken E-Mail
Dienstag, den 05. Mai 2009 um 14:33 Uhr

Foto-Ausstellung im Goslarer Museum vom 7. Juni (Welterbetag) bis zum 19. Juli 2009

„Wir haben geerbt“ – unter diesem Motto steht der diesjährige Welterbetag am 7. Juni, der in Goslar die herausragende Denkmallandschaft mit Kaiserpfalz und Rammelsberg, Marktkirche und Großem Heiligen Kreuz in den Blickpunkt rückt.

An einen ganz anderen Aspekt des historischen Erbes erinnert das Goslarer Museum mit der Foto-Ausstellung „vereint und doch getrennt – Zeugnisse der deutschen Teilung“, die Oberbürgermeister Henning Binnewies am 7. Juni, um 11:00 Uhr im Rahmen einer Matinee eröffnet:

In unmittelbarer Nähe von Goslar verlief die innerdeutsche Grenze, die auf 1378 Kilometern Länge nicht nur Deutsche von Deutschen trennte, sondern gleichzeitig die Demarkationslinie zwischen zwei unterschiedlichen Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen und gegensätzlichen Militärblöcken darstellte. Am 9. November 1989 – vor 20 Jahren – wurde die Öffnung aller Grenzübergänge friedlich erzwungen, weniger als ein Jahr später, am 1. August 1990, wurde beschlossen, die DDR-Grenzanlagen zu veräußern. Seitdem verschwinden die materiellen Zeugnisse der deutschen Teilung nach und nach aus der Landschaft, immer weniger erinnert an die einst fast perfekte Sperrzone aus Minen und Selbstschussanlagen, Kolonnenwegen, Signalzäunen und Hundelaufanlagen.

Die Fotografin Hilda Groll, Meisterschülerin am Institut für Ausbildung in bildender Kunst (ibbk) Bochum, hat über Jahre hinweg mit brillanten Fotografien, die ein Höchstmaß an Authentizität ausstrahlen, die Spuren der ehemaligen Grenze, von der Natur fast zurückeroberte Relikte, dokumentiert und visualisiert. Sie schreibt dazu: „Die Natur gereicht uns zum Spiegel: Im Jahresverlauf verdeckt sie zu bestimmten Zeiten das Offensichtliche und macht es zu anderen Zeiten sichtbar. Manche Wunde ist vernarbt, viele bedürfen weiterhin der Heilung. Doch vor allem: Immer wieder bringt die Natur Neues hervor. Geduldig und verzeihend.“

Die Ausstellung im Goslarer Museum zeigt mehr als 60 Fotografien, vom Tafelbild- bis zum Großformat. Sie ist vom 7. Juni bis zum 19. Juli 2009, jeweils Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 17 Uhr im Goslarer Museum zu sehen. Weitere Infos: Goslarer Museum, Königstraße 1, 38640 Goslar, Tel. 05321 43394, Internet: www.goslar.de

Zur Fotografin Hilda Groll: Studium Foto-Design am ibbk Bochum, Meisterschülerin, Diplomierung zur Foto-Designerin im November 2004 Gründungsmitglied der Künstlergruppe Blickdicht Gruppenausstellungen u.a. in Bochum, Seoul/Korea, Hamburg (mit Herlinde Koelbl), Köln Einzelausstellungen u.a. in Wernigerode, Ahaus, Borken

 

Verantwortlich für diese Meldung:

Der Oberbürgermeister (V.i.S.d.P)
Rathaus - Markt 1
38640 Goslar

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