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Insgesamt stellt der Bund voraussichtlich 150 Mio. Euro Fördermittel für 33 deutsche Welter-bestätten zur Verfügung. Für das Weltkulturerbe „Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt Goslar“ wurden Maßnahmen in Höhe von 14,5 Mio. Euro beantragt. Die beantragten Bun-desmittel belaufen sich auf 6.5 Mio. Euro. Das Land Niedersachsen stellt eine zusätzliche Beteiligung in der Höhe von 6,5 Mio. Euro in Aussicht. Die Eigenbeteiligung der Stadt in Höhe von 1,5 Mio. Euro würde auf 5 Jahre verteilt werden.
Der Projektantrag der Stadt Goslar wurde Ende März beim vom Bundesministerium für Ver-kehr, Bau und Stadtentwicklung beauftragten Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumfor-schung (BBSR) eingereicht. Welche Projekte letztlich Berücksichtigung finden und welche bei der Begutachtung in Berlin unberücksichtigt bleiben, hängt von den Entscheidungen des durch den Bund einberufenen Expertengremiums ab. Gefördert werden grundsätzlich investive sowie konzeptionelle Maßnahmen, die der Erhal-tung, Sanierung oder Weiterentwicklung nationaler Kultur- und Naturerbestätten dienen und modellhaften Charakter für die städtebauliche Entwicklung der Welterbekommunen besitzen. Nach einer Vorbewertung der Förderanträge im April und Beratungen der unabhängigen Ex-pertenkommission bis Juni, werden die Förderbewilligungen voraussichtlich im Juli 2009 durch das Bundesbauministerium bekannt gegeben.
Für das Weltkulturerbe „Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt Goslar“ sind folgen-de Projekte vorgesehen (die Reihenfolge der Nennung bedeutet keine Prioritätensetzung):
Welterbebestandteil „Erzbergwerk Rammelsberg“
Umsetzung von Maßnahmen auf der Basis des Museumskonzeptes
- Wiederherstellung des Schrägaufzuges - Einrichtung eines Kinderbergwerks - Führung unter Tage zu Großgeräten - Besucherleitsystem - Neue Ausstellung
Denkmalpflegerisches Sanierungskonzept unter Tage
- Sanierung Hängebankstollen - Sanierung Bergeschachtstrecke - Sanierung Tagesförderstrecke - Sanierung Rathstiefster Stollen - Sanierung Zugang Richtschacht
Sanierungsmaßnahmen über Tage
- Sanierung Stützmauern - Sanierung Dächer - Sanierungsarbeiten am Gebäude der Erzaufbereitung
Welterbebestandteil „Altstadt Goslar“
Städtebauliche und touristische Aufwertung des Pfalzbezirks
- Instandsetzung der Freifläche hinter der Kaiserpfalz - Instandsetzung der archäologischen Ruine - Einrichtung eines Außenlapidariums - Neugestaltung des Domplatzes als Freifläche (unter Berücksichtigung archäologischer und architektonischer Fragmente der Stiftskirche) - Errichtung eines „Welterbeinformationszentrums“ (Pavillon)
Sanierung und Aufwertung der historischen Stadtbefestigung mit Wallanlagen
- Sanierung der Festungsmauern - Sicherung der Wallböschungen - Sanierung von Kahn- und Judenteich - Besucherleitsystem zu den Sehenswürdigkeiten der Wallanlagen
Sanierung bzw. Restaurierung besonders hochwertiger Baudenkmale in der Altstadt Goslars
- Sanierung von Gebäuden des Mönchehaus-Museums - Instandsetzung des Stampfwerks der Lohmühle - Restaurierung des geschnitzten Fachwerks des Brusttuches - Modellhafte Sanierung eines Bergarbeiterhauses - Maßnahmen am Dicken Zwinger - Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an der Frankenberger Kirche
Maßnahmen im Straßenraum
- Sanierung und Erneuerung des Straßenbelages in der Worthstraße, Gemeindehof und an der Abzucht - Installation eines Besucherinformationssystems in der Altstadt - Erneuerung der Besuchertoiletten am Rathaus - Sanierung der Abzuchtmauern
Projekte und Projektziele
Das Weltkulturerbe „Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt Goslar“ besteht aus dem mu-seal genutzten ehemaligen Bergwerk Rammelsberg mit seinen Untertage- und Übertagean-lagen und der Altstadt Goslar, die in ihrer Entwicklung und ihrem Erscheinungsbild wesentlich durch die historischen Blütephasen des Bergbaus geprägt ist.
Das Bergwerk Rammelsberg weist einen umfangreichen Bestand an Übertagebauten auf, die im Wesentlichen zwischen 1936 und 1939 nach den Plänen der Industriearchitekten Schupp und Kremmer errichtet wurden. Hinzu kommt ein Schacht- und Stollensystem unter-schiedlicher Zeitphasen, wobei hier bergbauliche Entwicklungen vom 13. bis Ende des 20. Jahrhunderts nachvollzogen werden können. Die Über- und Untertageanlagen sollen im Sin-ne eines vorliegenden Sanierungskonzeptes weiter instand gesetzt werden. Darüber hinaus sind spezifische Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Museums (z.B. Einrichtung eines Kinderbergwerks, Instandsetzung des Schrägaufzuges) geplant.
Die Altstadt Goslar umfasst ein Gebiet von 124,6 ha. Sie zeichnet sich durch zahlreiche hochwertige Baudenkmale (Kaiserpfalz, Kirchen, Rathaus, Gildehäuser, mittelalterliche Hos-pitäler), ca. 1500 private Bauten (zumeist Fachwerkbauten) und noch vorhandene Befesti-gungsanlagen (Stadtmauer, Feldmauer, Wallanlagen, Stadttor, Zwinger) aus. In der Altstadt leben 9.420 Einwohner. Auf der Grundlage eines für das UNESCO-Welterbeteilgebietes Alt-stadt Goslar erarbeiteten und vom Rat der Stadt Goslar zustimmend zur Kenntnis genom-menen Masterplans sollen Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der Altstadt, aber auch zur touristischen Attraktivitätssteigerung durchgeführt werden.
Verantwortlich für diese Meldung:
Der Oberbürgermeister (V.i.S.d.P) Rathaus - Markt 1 38640 Goslar
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