Goslarer Straßennamenkatalog - Am Nordberg


Am Nordberg

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Die Straße Am Nordberg beginnt an der Astfelder Straße und führt am idyllisch gelegenen Nordberg zunächst ansteigend geradeaus. Sie bildet praktisch eine Trennungslinie zwischen dem Nordberg und dem Steinberg. Im ersten Teilstück führt sie unter einer Eisenbahnbrücke hindurch. Kurz dahinter zweigt rechts ein Rad-und Wanderweg Richtung Langelsheim ins Landschaftsschutzgebiet ab. Es handelt sich dabei um den Europaradweg Euroroute R1 vom Weserbergland (Holzminden) bis in den Harz. Auf der linken Seite sind hinter Büschen und Bäumen verdeckt einige Häuser des Marienbader Weges zu sehen. Linksseitig münden nacheinander der Marienbader Weg und der Dr.-Wachler-Weg ein.

Im weiteren Verlauf nach oben gabelt sich die Straße. Nach links führt sie direkt zum Reitstall Nordberg. Der Weg endet auf jedoch bereits nach kurzer Strecke auf Privatgrundbesitz. Nach rechts führt die Straße steil hinauf bis zu zwei im Wald stehenden Häusern. Da hier für größere Fahrzeuge kaum eine Wendemöglichkeit besteht, fährt die städtische Müllabfuhr rückwärts die Straße hinauf. Ein Fußweg führt weiter nach oben zur alten Feuerstelle des ehemaligen Osterfeuers, der sogenannten Schäfersteingrube. Auf der linken Seite der Straße Am Nordberg verläuft – teilweise auch unterirdisch – ein kleines Rinnsal und verschwindet kurz vor der Eisenbahnbrücke scheinbar wieder im Nichts. Es fließt jedoch quer unterhalb der Straße auf die linke Seite und dann in Richtung Astfeld. Hierbei handelt es sich um eine Quelle des Flüsschens namens Rein oder auch Scobike, die direkt am Nordberg entspringt.

Ihren Namen verdankt die Straße wohl ihrer direkten Lage am Rande des Nordbergs. Um 1919 wurde das erste Haus in dieser Straße erbaut. Zur damaligen Zeit hieß die Straße noch Am Nordberge. Erst 1961 wurde das „e“gestrichen. Der Nordberg ist bereits seit dem Mittelalter aufgrund seiner ausgedehnten Dachschieferbrüche bekannt. Qualitätsmäßig ist der Schiefer sehr robust und von langer Lebensdauer. Die in der Altstadt schiefergedeckten Häuser zeugen noch heute davon. Die ersten Bewohner der Straße waren seinerzeit viele Schiefergrubenarbeiter, die in der nahe gelegenen Grube am Nordberg arbeiteten. Für den Bau der Eisenbahnlinie von Goslar nach Langelsheim 1883 wurde zwei Jahre zuvor eine Schmalspurbahn zwischen dem Nordberg und dem damaligen Marienbad eingerichtet, um von den Schiefergrubenhalden den Schieferschutt zum Bau der Bahnstrecke heranzufahren. Die Produktion der Schiefergruben am Nordberg wurde vor dem zweiten Weltkrieg eingestellt.

Warum der Berg Nordberg heißt, kann nicht genau nachvollzogen werden, zumal er im Westen der Stadt liegt. Jedoch vermag der Name daher zeugen, dass er der zur Stadt am weitesten nördlich gelegenste Harzrandberg ist. Der Nordberg wurde 1131 das erste Mal erwähnt, als König Lothar III die Besitztümer dem Stift Riechenberg bestätigte. Um 1154 übereignete der Bischhof und Dompropst von Hildesheim dem Stift die Goslar zugewandte Seite des „Nortberch“. Im Verlauf der Zeit veränderte sich auch die Schreibweise: „Nortberch“, „Notbergh“ und „Notbergk“ sind bekannt. Zeitweilig trug der Berg auch andere Namen: „Längs dem Ort Berge“, „Orbach“ und „Ortberg“ sind hier nachweisbar. Der Begriff „Ort“ steht hier für „Ecke“. Heute gehört der Nordberg zum Stadtforst Goslar.

Quellen:

  • Archiv Harzer Heimatland
  • Geschichtsbeilage zur GZ 1982; Die wirtschafts- und siedlungsgeographische Entwicklung der Stadt Goslar; Seite 13
  • Stadtarchiv Goslar; Adressbücher der Stadt Goslar 
  • Stadt Goslar; Goslar Chronik der Stadt Goslar; Seite 1
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar 
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar, Teil III

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.