Goslarer Straßennamenkatalog - Dr.-Wachler-Weg


Dr.-Wachler-Weg

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Der Dr.-Wachler-Weg ist recht lang und facettenreich. Ungefähr in der Mitte des Schieferwegs befindet sich eine Gabelung, die rechts als Dr.-Wachler-Weg weitergeht. Dieser beginnt mit riesigen Bäumen einschließlich mehreren Garagen auf der rechten und einem kleinen Parkplatz auf der linken Seite. Neben dem Parkplatz führt eine Treppe bergauf zum Schieferweg. Auf der anderen Straßenseite hat man die Möglichkeit über Treppen runter zu einem Fußweg zu kommen, an dem die Wohnhäuser 2-26 liegen. Allerdings nur die Häuser mit den geraden Zahlen. Die Gebäude mit den ungeraden Zahlen liegen direkt an der Straße Dr.-Wachler-Weg. Er endet mit einer auffälligen Wohnanlage und der Einmündung in die Straße Am Nordberg. Von der Parallelstraße Reinkamp bietet sich zwei Mal die Gelegenheit in den bereits oben im Text erwähnten vielbewohnten Fußweg des Dr.-Wachler-Wegs zu gelangen. Es gibt Unmengen von Bäumen, Büschen und sogar eine überwucherte Wiese.

Die Gegend könnte als waldähnlich bezeichnet werden und ist mit ihrer einladenden Optik und ihren verzweigten Pfaden genau das Richtige für Menschen, die gerne Spaziergänge unternehmen. Die Straße hat ihren Namen Mitte der 1960er Jahre nach dem Juristen Dr. Heinrich Wachler erhalten, durch dessen ehemaligen Besitz der Dr.-Wachler-Weg führt. Über den damaligen geschäftsführenden Firmenanwalt der Industrie- und Handelskammer Braunschweig ist wenig bekannt. Recherchiert werden konnte, dass Dr. Wachler ein politisch engagierter Mensch war. Er zog 1933 nach Goslar und starb dort am 04. Januar 1946 im Alter von 62 Jahren. Da er sein Grundstück der Stadt vermachte, sah diese es als Ehrenpflicht an, eine Straße nach ihm zu benennen.

Wachler ist nicht nur ein Familienname. Die Bezeichnung kommt aus dem Österreichischen und Süddeutschen. In Österreich sind damit große Ohren gemeint, in Süddeutschland bedeutet es „Gamsbart“. Der Gamsbart ist ein gebräuchlicher Hutschmuck für Männer. Er ist büschelförmig und wird aus den langen Haaren erwachsener Gamsböcke hergestellt. In der Gemeinde Siegsdorf in Oberbayern findet dem Gamsbart zu Ehren alljährlich eine Zusammenkunft von Gamsbartträgern und -bindern statt. „Gamsbartfreunde Siegsdorf“ nennt sich dieses weltweit größte Beisammensein der Besitzer und Freunde des außergewöhnlichen Hutschmucks, das sich bereits jahrzehntelang ereignet. Die gut behüteten Teilnehmer freuen sich darauf, ihre Prachtexemplare vorzuführen und zu vergleichen. Auch auf den traditionellen Palmsonntags-Frühschoppen mit bayrischem Essen und guten Gesprächen wird großer Wert gelegt. Aber nicht nur über das tierische Haar wird geredet, die Musik steht ebenfalls im Vordergrund. Singen, jodeln, musizieren – es ist alles dabei, was die Gamsbartbegeisterten sowie das heimatliche Musikherz begehrt.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.