Goslarer Straßennamenkatalog - Hochgrevestraße


Hochgrevestraße

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Die Hochgrevestraße verläuft am Nord-Ost-Hang des Steinbergs. Sie beginnt an der Straßengabelung Schieferweg und Dr.-Wachler-Weg. Am Nordhang auf Höhe des mittleren Schieferwegs zweigt die Straße in südliche Richtung ab. Sie führt bogenförmig leicht bergauf um den Berghang herum. Am oberen Ende der Straße befindet sich ein großer Wendeparkplatz mit Zugang zum Fußweg Steile Trift. Die Häuser an der bergauf liegenden Hangseite wurden überwiegend in den späten 60er und 70er Jahren gebaut. Die schöne Straße wurde auch mit modernen Architektenhäusern des 21. Jahrhunderts hangabwärts bebaut. Von den Schieferweg-Villen verlaufen den Berghang hinauf üppige Gärten mit von Gartenzwergen bewachten Teichanlagen – ein wahres Katzenparadies!

Noch bis Anfang der 60er Jahre lagen hier mit der Bezeichnung „Vor dem Steinberge“ Wiesen und Weideland für Schafe und ein Feldweg mit Zugang zum Schieferweg Richtung Nordberg. An den Berghängen standen früher Fichten und Buchenwälder. Was nicht im 16. Jahrhundert für den Fachwerkhausbau abgeholzt wurde, fiel zwischen 1946 und 1949 der britischen Besatzungsmacht zum Opfer. Nach dem 2. Weltkrieg gab es kaum Brennmaterial in der Stadt. Um weiteres Bauland zu erschließen plante man 1967 den Bau neuer Straßen oberhalb des Schieferwegs. Erst im Jahre 1969 bekam die Straße ihren Namen.

Die blühenden Bergwiesen und Gärten vor dem Steinberg sind ein wahres Naturrefugium. Auch Förster wohnten hier, und noch heute stehen in einigen Berghangwiesen-Gärten die Bienenstöcke von Hobbyimkern. Aufgrund ihrer Naturbelassenheit wurde die Straße auch nach dem Natur- und Jagdschriftsteller Wilhelm Hochgreve (1885-1958) benannt. Der Naturliterat publizierte zwischen 1920 und 1950 zahlreiche Naturbildbücher. Auf Goethes Wanderwegen durch tiefe Harztäler inspiriert, bewunderte Hochgreve auch seinen Schriftstellerkollegen Wilhelm Raabe. Er poesierte über Natur- und Harzlandschaften in seinen Büchern in triefend blumiger Sprache. Da ist auch schon mal die Rede von „fliegenden Edelsteinen“ (Eisvögel), „Finkenmanövern“ oder „Hirschstangensuchern“, von „Harzteichzauber in der Sonnenflut“, von „guten Hirten oder dunklen Fichteninseln im Bruchberggebiete“. „Es grunzt, es keucht, es fleucht das stolze Edelwild, dass einem mal die Kimme brennt!“

Quellen:

  • Hochgreve,Wilhelm; Vom grünen Harze - Ein buntes Buch mit Harzbildern von Theo Geyer (1930
  • Stadtarchiv und Stadtbücherei Goslar

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.