Goslarer Straßennamenkatalog - Reinkamp


Reinkamp

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Der Reinkamp beginnt am Schieferweg und führt in einem weiten Linksbogen leicht bergab um den Steinberg. Im ersten Teilstück fällt rechter Hand ein schön bewachsener Grünstreifen mit Blick über die Stadt steil nach unten ab. Die Häuser gegenüber haben zwar ihre Eingänge und Einfahrten im Reinkamp, gehören postalisch aber zum Schieferweg. Dahinter zweigt ein gepflasterter Fußweg zum Dr.-Wachler-Weg ab, der parallel hinter dem Reinkamp verläuft. Ab da führt der beidseitig mit gepflasterten Gehwegen bebaute Reinkamp in leichter Schlangenlinie weiter. Linksseitig stehen größere Mehrfamilienhäuser versetzt im Hang, davor befinden sich Parkplätze. Im weiteren Straßenverlauf wechseln sich ältere Ein- und Mehrfamilienhäuser ab, teilweise von hohen Büschen und Sträuchern fast verdeckt. Aber auch Häuser moderneren Baustils schließen sich an und runden das dortige Straßenbild ab. Auf der rechten Straßenseite stehen mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser zwischen Garagen und Parkplatzzeilen. Im weiteren Verlauf liegt ein mit Bäumen und Sträuchern eingebetteter, schöner Kinderspielplatz, auf dem leider auch eine für Kinder ungeeignete Eberesche steht.

Die meisten Häuser dieser Straße wurden Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gebaut. Beidseitig zweigen mehrere teilweise gepflasterte Treppenaufgänge zum Fußweg des Dr.-Wachler-Wegs sowie zum Marienbader Weg ab. Hinter den letzten Häusern zweigt rechts noch der Marienbader Weg ab, bevor der Reinkamp leicht ansteigend in die Straße Am Nordberg mündet. Die letzten Häuser auf der rechten Seite gehören bereits zum Marienbader Weg. Als 1964 der Verwaltungsausschuss der Stadt Goslar beschloss, im Baugebiet Marienbad – Schieferweg weitere Straßen zu benennen, erhielt die Straße ihren Namen. Der Name Reinkamp kommt von einem Bach namens Rein, der vorher auch Scobek, Scobike, Waldbach oder Röne genannt wurde. Dieser Bach fließt vom Nordberg herunter.

Als Flurname wurde dieser erstmals 1597 erwähnt. So ist bei Grundner- Culemann zu den Flurnamen des Stadtkreises Goslar unter anderem zu lesen: „Von Schapers koep, ahn noerthbarge nidder bis ihn den Rein“. […] „Den Rein nedder, vonn Northbarge hin umme den diech wech und unthen ihm Reine dale bis ihn den harden wech, den harden wech auff bis ahn den Grawen nach der Kauborch“. Ab 1706 taucht diese Bezeichnung immer wieder auf. So verweist er unter anderem auf die Grenze der Stadt Goslar mit dem Kloster Riechenberg: „Am Ende des Grabens wo die Röne neben dem Nordtberge durchfließet […].“

Quellen:

  • Grundner-Culemann, A.; Flurnamen Stadtkreis Goslar Teil III
  • Stadtarchiv; Goslarsche Zeitung 1964; Adressbücher der Stadt Goslar
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.