Goslarer Straßennamenkatalog - Von-Garßen-Straße


Von-Garßen-Straße

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Am Fuße des Steinbergs beginnt die Straße als Weiterführung des Nonnenwegs an der Einmündung in die Doktorswiese. Die Straße führt bis zur Höhe der Straße Am Heiligen Grabe parallel zum höher gelegenen Oberen Triftweg. Ab der rechts abzweigenden Schlüterstraße, verläuft sie bergab, kreuzt die Astfelder Straße und mündet in die Hildesheimer Straße gegenüber dem Kulturkraftwerk. Zuvor zweigt linksseitig eine Zufahrt in den Schieferweg und den Oberen Triftweg Richtung Steinberg ab. Hinter der Astfelder Straße führt die Von-Garßen-Straße in die Bahnstrecken-Unterführung, vorbei am Waldfriedhof und den Nordharzer Kraftwerken.

Ursprünglich wurde die bergab verlaufende Straße als Unterer Triftweg geführt. Sie wurde umbenannt, nachdem der im April 1917 aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Georg von Garßen (1852-1923) Ehrenbürger der Stadt Goslar wurde. Die Von-Garßen-Straße wurde als südwestliche Ortsumgehung 1978 weiter ausgebaut und verlängert. Der Rest des Unteren Triftweges wurde nach dem Umbau zur Sackgasse.

Von Garßen wurde als Reserveoffizier nach Kriegsteilnahme gegen Frankreich (1870/71) im Jahre 1879 geheimer Regierungsrat und als Stadtsyndikus (Justitiar) zunächst Vertreter, dann ab 1882 gewählter Bürgermeister und Nachfolger von Theodor Tappen. In der Goslarer Chronik rühmte die Stadt Georg von Garßen als „Einer der Besten“. Er war maßgeblich verantwortlich für vertragliche Regulierungen mit dem Herzogtum Braunschweig. Er plante und förderte die spätere städtebauliche Erschließung der Stadtgebiete am Georgenberg (ab 1898) und am Steinberg (ab 1900). In seiner Amtszeit entstand dort ein Kranz vornehmer Villen. Neuer Wohnraum musste geschaffen werden, da die Bevölkerung Goslars stetig wuchs: von 10.790 im Jahr 1880 auf über 27.881 Bürger im Jahr 1925. Bei seinem 25. Dienstjubiläum als Bürgermeister hatte sich die Einwohnerzahl bereits fast verdoppelt.

Die erste Gasanstalt, das neue Elektrizitätswerk (1900) in der Hildesheimer Str. (heute Kulturkraftwerk), das Schlachthaus (Schlachthof Okerstraße), neue Wasserleitungen, die Kanalisation und eine Badeanstalt wurden gebaut. Bürgermeister Von Garßen beschloss beträchtliche Erneuerungen wie den Neubau des Vereinskrankenhauses in der Spitalstraße (1883-1966). Hinzu kamen der Bau des Gymnasialgebäudes in der Schilderstraße (Ratsgymnasium) und die „Höhere Mädchenschule“ (später CVD-Gymnasium). Aber seine ganze Aufmerksamkeit galt der Pflege und Erhaltung der Kaiserpfalz. Er eröffnete am 1. Mai 1883 die Eisenbahnstrecke nach Grauhof und Langelsheim. Goslar wuchs langsam zu einem bedeutenden Verkehrsmittelpunkt auch für Wirtschaft und Fremdenverkehr. Viele zugereiste Beamte und Pensionäre ließen den Anteil der Rentner in der Stadt von 1326 im Jahr 1895 auf über 2133 im Jahr 1907 steigen. Goslar wurde mit seinen schönen Villen, Pensionen und Hotels am grünen Stadtrand zum „Pensionopolis“ der Gründerzeit. Goslar verdankt Von Garßen seine schönsten Stadtviertel und Villen außerhalb der Altstadt. Er starb am 23.01.1923 und wurde ehrenvoll auf dem Waldfriedhof an der Hildesheimer Straße beigesetzt.

Quellen:

  • Dr. Lange, Horst-Günther; Goslarsche Zeitung; Artikel vom 11.09.1999 und 05.03.2002
  • Theuerkauf, Armin; Chronik der Stadt Goslar Band IV 1881-1932, Museumsverein Goslar e.V. Goslar 2008

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.