Goslarer Straßennamenkatalog - Bismarckstraße


Bismarckstraße

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Die Bismarckstraße befindet sich im südlichen Teil des Georgenbergs. Sie ist die Verlängerung der Hildesheimer Straße und beginnt nach der Ampelkreuzung Heinrich-Pieper-Straße. Beiderseits der Straße finden sich kleinere Gewerbebetriebe, das Odeon Theater und große Mietshäuser. Um das Erreichen des Stadtzentrums und des Bahnhofs für die Besucher zu erleichtern, gibt es eine Unterführung der Bahngleise. Erstmals wurde 1911 an der gleichen Stelle eine Unterführung in Betrieb genommen. Diese wurde 1936 geschlossen, da sie sich in sehr schlechtem Zustand befand und es dort zu häufigen Unfällen kam. Nach dem Abriss des beschrankten Bahnübergangs wurde erst Ende der 80er Jahre die heutige Unterführung gebaut.

Ab der Höhe Hotel Achtermann verläuft die Straße ansteigend mit einer leichten Kurve. Eine kleine Brücke über die Gleise führt zum Hotel, einem großen Parkhaus und zur Innenstadt. Im parkähnlichen Grünstreifen zwischen Straßen- und Bahngleisverlauf wurde ein großes Bismarckdenkmal aufgestellt. Die davor stehende Schiefertafel, auf die Bismarcks Blick gerichtet sein soll, verweist auf weitere Sehenswürdigkeiten Goslars wie etwa die Marktkirche, die Stephanikirche und den Teufelsturm. Dies ist die offizielle Beschreibung am Denkmal. Glaubt man aber alten Goslarern, denkt Bismarck folgendes: „Noch ein Schritt und ich falle.“

Auf der dem Park gegenüberliegenden Straßenseite, befinden sich hübsche Villen mit Vorgärten, teilweise mit bogenförmigen Fenstern und Balkonen. Von der Bismarckstraße zweigen die Reußstraße, die Klosterstraße und die Hirschstraße in nördlicher Richtung ab. Auf Höhe der Fels-Werke und der Bushaltestelle, Ecke Hirschstraße, endet sie und geht in den Köppelsbleek über. Im Adressbuch von 1904 taucht diese Straßennamensbezeichnung das erste Mal auf. Im Stadtplan von 1913 hatte die Promenade, die durch die Grünanlagen führte, den Namen Am Georgenberge.

Von Mitgliedern der „Bismarck-Nische“, ein etwa 100 Mitglieder zählender Freundeskreis, stammte die Idee, Bismarck zu ehren. Am 14.07.1897 erteilte das Reichsinnenministerium die Genehmigung zum öffentlichen Spendensammeln, um das Bismarck-Denkmal zu errichten. Der damalige Bürgermeister Georg von Garßen begrüßte das Vorhaben. Mit dem Entwurf des Denkmals wurde der Berliner Bildhauer Willibald Böttcher beauftragt. Angefertigt wurde das bronzene Denkmal im Bronzegußwerk Lauchhammer nördlich von Dresden. Nach zahlreichen Diskussionen fiel die Standortwahl zugunsten des Georgenbergs aus. Am 05. Oktober 1902 wurde das Denkmal auf dem Georgenberg durch den amtierenden Bürgermeister eingeweiht.

Otto von Bismarck war ein bedeutender Reichskanzler. Er lebte von 1815 bis 1898. Nach Absolvierung des Gymnasiums studierte Bismarck Rechtswissenschaften, zunächst an der Universität Göttingen und später in Berlin. Er war politisch sehr engagiert und bekleidete verschiedene politische Ämter. 1871 wurde Bismarck deutscher Reichskanzler. Ab 1881 führte er schrittweise die Sozialversicherungen (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung) ein. 1890 wurde Bismarck von Kaiser Wilhelm II. wegen unüberwindbaren persönlichen und politischen Gegensätzen entlassen.

Hier noch einige Zitate Otto von Bismarcks:

  1. Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.
  2. Mit den Kindern muss man zart und freundlich verkehren. Das Familienleben ist das beste Band. Kinder sind unsere besten Richter.

Quellen:

  • Stadtplan von 1913
  • Stadtarchiv Goslar, Zeitungsausschnitt- Sammlung Signatur 1-1060 vom 19.10.2002
  • Theuerkauf, Armin; Chronik der Stadt Goslar, Band IV, 1881-1932
  • www.was-war-wann.de
  • www.whoswho.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.