Goslarer Straßennamenkatalog - Heinrich-Pieper-Straße


Heinrich-Pieper-Straße

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Die Heinrich-Pieper-Straße beginnt im südlichen Teil des Georgenbergs am Bahnhof und verläuft zunächst in nordöstlicher Richtung, bevor sie ab Ecke Wachtelpforte fast gerade nach Norden führt. Im nördlichsten Teil bildet sie an der Kreuzung Bornhardtstraße die Grenze zum Stadtteil Jürgenohl und mündet in die Straße Grauhöfer Landwehr. Neben der Feldstraße ist sie die längste Straße im Stadtteil Georgenberg. In den Stadtplänen von 1938, 1954 und 1967 hieß der südliche Teil der Heinrich-Pieper-Straße noch Grauhöfer Straße.

Die auffallende Länge der Heinrich-Pieper-Straße lässt ein großes Wohngebiet vermuten, jedoch stehen tatsächlich nur relativ wenige Wohnhäuser, dafür aber etliche öffentliche Einrichtungen entlang der Straßenseiten. Genannt seien im südlichen Bereich das Gesundheitsamt, die Berufsbildenden Schulen Am Stadtgarten, die Pestalozzi-Förderschule, die Grundschule Worthschule, das Jugendzentrum „B6“ und die Polizei. Letztgenanntes Gebäude ist sehr interessant. Es ist wabenartig angelegt und bereits sein Eingangsbereich ist künstlerisch ausgesprochen eindrucksvoll.

Im Jahr 1984 wurde der Grundstein für das Polizeigebäude gelegt und 1987 offiziell der Dienst dort aufgenommen. Früher befand sich die Polizeiinspektion in der Mauerstraße. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befinden sich ein Wohnstift und einige Wohnhäuser. Diese sind relativ neu, wohl vornehmlich innerhalb der letzten Jahre entstanden. Die Heinrich-Pieper-Straße ist asphaltiert. Auf beiden Seiten befinden sich zum Teil farblich unterschiedlich gepflasterte Geh- und Radwege. Etwa in Höhe der Polizei führt der Fußweg durch eine Grünanlage und lädt zum Spaziergang Richtung Wohngebiet Jürgenohl ein. Im Süden der Heinrich-Pieper-Straße befinden sich das Odeon Theater und ein Supermarkt. Beide Gebäude liegen zwar in der Heinrich-Pieper- Straße, weisen aber andere postalische Adressen auf: Das Odeon Theater gehört zur Bismarckstraße 1 und der Supermarkt zur Hildesheimer Straße 3.

Die Straße erhielt ihren Namen im Jahre 1951 zu Ehren des Hoteliers Heinrich Pieper, der am 25.09.1863 in Sattenhausen geboren wurde und im Jahre 1934 starb. Im Jahr 1894 kaufte dieser Pauls Hotel und ließ es von 1908 bis 1910 zum heutigen Hotel Achtermann umbauen. 1901 übernahm Heinrich Pieper die Bahnhofsgaststätte Goslar. Außerdem gehörte ihm das Steinberghotel. Pieper hatte schon früh den touristischen Wert Goslars erkannt. 1930 übernahm Heinrich Pieper das Hotel Niedersächsischer Hof, dessen Erbauer Wilhelm Pieper, nur vier Tage vor der Eröffnung des Hotels starb.

Für die damaligen Verhältnisse war das Hotel sehr modern ausgestattet. Die Zimmer verfügten über fließend warmes und kaltes Wasser, eine Gegensprechanlage, um den Kellner zu holen, einen beheizbaren Wäscheschrank und viele Dinge, die in jener Zeit als überaus modern und fortschrittlich galten. Auch heute noch wird der Niedersächsische Hof als Hotel geführt. Heinrich Pieper galt als der führende Pionier in Sachen Tourismus in Goslar. Trotz seiner Verdienste ist er eine umstrittene Persönlichkeit, denn schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten machte er aus seiner antisemitischen Haltung keinen Hehl.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.