Goslarer Straßennamenkatalog - Hildesheimer Straße


Hildesheimer Straße

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Die Hildesheimer Straße beginnt im Nordwesten des Stadtteils Georgenberg unmittelbar an der Grenze zum Stadtteil Baßgeige. Sie verläuft nach Süden zum Bahnhof, wo sie an einer Ampelanlage in die Bismarckstraße mündet. Parallel zur Hildesheimer Straße im Nordwesten, trägt die B 6 den gleichen Namen: Hildesheimer Straße. Im Verlauf der Hildesheimer Straße sind einige Wohnhäuser zu finden. Des Weiteren sind auf dieser Straße etliche Gewerbebetriebe, wie Lebensmittelgeschäfte, Tankstelle, Getränkemarkt, Autozubehörhandel, ein Energieversorger, das Kulturkraftwerk sowie viele weitere Betriebe angesiedelt.

Die Straße ist geteert und hat beidseitig Gehwege und Radwege. Diese Wege sind aber teilweise nicht gleichzeitig auf beiden Seiten der Straße zu finden. So müssen Fußgänger und Radfahrer häufig die Straßenseite wechseln. Alleebäume säumen einen Teil der Hildesheimer Straße, an der auch eine Kleingartenanlage zu finden ist. Die Straße wird durch die Europabrücke über die B 6 weitergeführt. Im Anschluss gelangt man zum Friedhof Hildesheimer Straße, der im Goslarer Volksmund der „alte“ Friedhof genannt wird. Dieser (Wald)-Friedhof wurde 1826 in Betrieb genommen. Seit etwa Mitte der 60er Jahre hat Goslar einen zweiten Friedhof in der Feldstraße.

Erstmals wurde die Hildesheimer Straße unter dem Namen Hildesheimer Heerstraße auf einer Karte aus dem Jahr 1200 eingezeichnet. Ihren Namen verdankt sie der Stadt Hildesheim zu der man auf der B 6 fahren kann. Im Mittelalter gehörte Goslar kirchenrechtlich lange Zeit zum Bistum Hildesheim. Der Zusammenhang beider Städte kann bis weit vor 1200 belegt werden. Vermutlich entstanden die ersten Kontakte kurz nach der Gründung des Bistums Hildesheim im Jahr 815. Es ist anzunehmen, dass die Hildesheimer Straße auch im Mittelalter sehr häufig genutzt wurde. Wahrscheinlich wurde sie in dieser Zeit auch schon gepflegt und instand gehalten. Heute gehört die Hildesheimer Straße zu einer der meist befahrenen Straßen in Goslar.

Im Mittelalter befanden sich an allen Ausfallstraßen in Goslar Geleitplätze. Dort sammelten sich Reisende und Händler, um unter dem Schutz von Soldaten ihre Reisen fortzusetzen. Ein solcher Geleitplatz befand sich auch an der Hildesheimer Straße. Er trug den Namen Kuhburg und befand sich auf dem Gelände gegenüber dem Friedhof.

Im Laufe der Jahre hat die Straße mehrfach ihren Namen geändert. So hieß sie im Jahr 1807 z. B. Große Heerstraße. Unter ihrem heutigen Namen, Hildesheimer Straße ist sie seit etwa 1870 bekannt.

Mit dem Anschluss Goslars an das Eisenbahnnetz im späten 19. Jahrhundert war es erforderlich einen Bahnhof zu bauen. Dieser Bahnhof wurde an der Hildesheimer Straße errichtet. Um den Bahnhof zu Fuß zu erreichen und in die Gebäude zu gelangen, kann man die Unterführung an der Bismarckstraße nutzen. Autofahrer müssen  einen Umweg fahren, da sich der Eingang des Bahnhofs nur über die Klubgartenstraße erreichen lässt.

Quellen:

  • Bauamt Goslar, Ordner III, Akte 35
  • Griep, Hans-Günther; Karte Goslar um 1200; Goslar, Die Geologie und Topographie;
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar, Band III
  • Theuerkauf, Armin; Chronik der Stadt Goslar Band IV, 1881 – 1932 Karten von 1913 und 1938
  • www.bistum-hildesheim.de

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.