Goslarer Straßennamenkatalog - Bäringerstraße


Bäringerstraße

Baeringerstrasse 1
Baeringerstrasse 2
Baeringerstrasse 3

Die Bäringerstraße gilt als eine der ältesten Straßen in Goslar. Sie verbindet die Astfelder Straße mit der Marktstraße und der Frankenberger Straße. Schon in der Zeit des frühen Mittelalters war die Bäringerstraße ein Teil des durch Goslar verlaufenden Hellweges, der sich weiter durch die Marktstraße und die Kornstraße mit dem Schuhhof als frühem Marktplatz zog. Als Hellweg bezeichnete man eine Handelsstraße für den Fernhandel, die schon in vorchristlicher Zeit angelegt war. Im frühen Mittelalter wurde sie auch als Heerstraße genutzt. Sie unterlag einer eigenen Rechtsprechung.

Zuerst erwähnt wurde die Bäringerstraße im Jahre 1108 als „ platea Berningi“. Später wurde sie dann auch als „Bärenstrate“ oder „Berenstraße“ bezeichnet. In alten Schriften taucht die Bäringerstraße ferner als Bernigestrate auf, möglicherweise nach einem hier ansässigen Großgrundbesitzer benannt. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie nach dem Hildesheimer Bischof Berno ihren Namen erhielt.

In der Bäringerstraße befand sich seit dem Jahre 1107 auf dem heutigen AWO-Gelände eine Zweigniederlassung des Klosters Corvey. Dieses Kloster hieß St. Viti und schloss sich an das Vititor an. Der auf der anderen Straßenseite (Ecke Zehntstraße) gelegene Wirtschaftshof des Klosters war der sogenannte „Zehnte“. Hier befindet sich heute die Schillerschule.

Im Jahr 1480 fielen Kloster und Wirtschaftshof an den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel. Heinrich der Jüngere ließ 1537, nachdem der Streit um den Rammelsberg zu seinen Gunsten beendet war und er seine Pfandrechte geltend machte, eine Sammelstelle des „Zehnten“ und eine Verwaltung auf dem Wirtschaftshof errichten. Näheres finden sie in der Beschreibung der Zehntstraße. Auf dem Grundstück der heutigen AWO entstand um 1860 die Kur- und Heilanstalt des sogenannten „Kräuterdoktors“ Lampe. Über ihn wird im Zusammenhang mit der Lampestraße berichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in der Bäringerstraße eingeschossige kleine Läden, die die Existenzgrundlage der Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten bildete und so zu dem Namen Ostlandeck führte.

Die asphaltierte Straße führt aus Richtung Langelsheim kommend direkt ins Zentrum. Sie beeindruckt mit alten Fachwerkhäusern und Gebäuden mit holzverkleideter Fassade, in denen Wohnungen und kleinere Geschäfte zu finden sind.

Quellen:

  • Frölich, Karl; Die Goslarer Straßennamen
  • Griep, Hans-Günther; Harzer Legenden. Geschichte in Geschichten
  • Moritz, Thomas; Stadtführer

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.