Goslarer Straßennamenkatalog - Bergstraße


Bergstraße

Bergstrasse 1
Bergstrasse 3
siemenshaus

Die Bergstraße verläuft in mehreren Windungen zunächst in südwestlicher Richtung, bevor sie an der Peterstraße scharf nach Süden, in Richtung Rammelsberg abknickt. In weiten Teilen ist sie eine Parallelstraße zur Frankenberger Straße und verbindet die Marktstraße mit der Clausthaler Straße. Die erstmalige Erwähnung datiert auf das Jahr 1367. Unter dem Namen Berchstrate führte sie zum Goslarer Schicksalsberg, dem Rammelsberg. Erst seit 1770 heißt sie durchgehend Bergstraße, denn bis zu diesem Zeitpunkt lautete der Name zwischen Schreiberstraße und Ziegenstraße „Am Fahrweg“.

Am Beginn der Bergstraße befindet sich das 1501 erbaute Bäckergildehaus. Im Jahr 1557 erhielt das Gebäude durch einen Erker, der auf das massive Untergeschoss aufgebaut wurde, sein heutiges Aussehen. An der südlichen Toreinfahrt des Bäckergildehauses ist bis heute ein Grenzstein erhalten. Dieser begrenzte den südlichsten Teil des Marktbezirkes.

Am weiteren Verlauf der Bergstraße finden wir vor dem Haus mit der Nummer Zehn noch einen Teil der alten Straßenpflasterung. Hier haben sich die Räder der Karren und Wagen eingegraben. In der Bergstraße 53 befindet sich das im Renaissance-Stil des Jahres 1573 erbaute Hotel „Zur Börse“.

Auf der gegenüberliegenden Seite schmiegt sich der imposante Lagertrakt des Siemenshauses mit Brauerei auf einer Länge von etwa 50 Metern an die Straße an. Das Ende der Bergstraße bildete die Klauskapelle, die erstmals 1186 in Urkunden erwähnt wurde. Die Kapelle ist, wie es in Goslar üblich war, Teil eines Stadttores, in diesem Fall der schon 1293 erwähnten Porta St. Nicolai. Die Kapelle diente nach 1537, nachdem das Bergdorf mit seiner Kirche St. Johannis zerstört worden war, den Bergleuten als neue Zuflucht.


Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Harzer Legenden. Geschichte in Geschichten
  • Frölich, Karl; Die Goslarer Straßennamen
  • Moritz, Thomas; Stadtführer

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.