Goslarer Straßennamenkatalog - Wallstraße


Wallstraße

Wallstrasse 1
Wallstrasse 2
Wallstrasse 3

Die Wallstraße führt vom Hohen Weg an der Ecke Glockengießerstraße über die Werenbergstraße stetig bergauf und mündet in die Straße Am Stollen. Früher war die Wallstraße unter dem Namen „bei dem Münster“ oder „Hinter dem Münster“ von der Glockengießerstraße bis zum Schärpertor, bekannt.

In der Wallstraße findet man heute noch die Gebäude ehemaliger Kasernen, u. a. Der Krahmer-Möllenberg-Kaserne sowie der Bergdorfkaserne der Goslarer Jäger, in der später dann der Bundesgrenzschutz untergebracht war. Heute wird das große Gelände vom Energiecampus und vom EFZN (Energie- Forschungs-Zentrum Niedersachsen) genutzt. In der Nähe der schönen Anlage am Kahnteich findet man das Jägerdenkmal. Es entstand 1926 für die im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommenen Angehörigen des Goslarer Jägerregiments. 1954 wurde dem Denkmal eine liegende Bronzeplatte für die Gefallenen des 2. Weltkrieges hinzugefügt.

Nach Überqueren der Werenbergstraße wird die Wallstraße zu einer gepflegten Wohnstraße mit herrschaftlichen Gebäuden. Kunstvolle, alte Zäune aus Schmiedeeisen zwischen dicken gemauerten Torpfosten begrenzen die noblen Häuser der früher privilegierten Bewohner ein. Wahrscheinlich handelte es sich hier um die Häuser von höher gestellten Kasernenangehörigen. Auch heute lässt sich hier noch stilvoll und angenehm leben, zumal dieser Teil der Straße mit schönen, alten Alleebäumen eingefasst ist. Nicht weit von hier befindet sich der Spaziergänger alsbald in einer ganz eigenen Landschaft rund um die Stadt – in den Goslarer Bergwiesen. Hundebesitzer werden diese wunderschöne Ecke sicher schnell lieben lernen. Dieser Teil der Wallstraße steht in angenehmen Gegensatz zum unteren Stück an der Kaiserpfalz.

Von alters her ist die Linde der Baum der Liebenden und in der Nähe der Wallstraße, Ecke Hoher Weg / Glockengießerstraße, gab es die sogenannte „Kusslinde“, die allerdings in Wirklichkeit eine Kastanie war. Sie trug diesen Namen, weil sich die Soldaten der Goslarer Jäger abends dort von ihren Mädchen verabschiedeten, wenn das sogenannte „Plesshorn“ erklang. Benannt seit 1880 nach Fürst von Pless, dem Oberjägermeister von Wilhelm dem Ersten, verkündete es:

„Soldaten müssen zu Bette gehen und nicht solange beim Mädchen stehen, der Hauptmann hat’s gesagt!“

Es gibt sogar ein Gedicht über die Kusslinde, das der Unteroffizier Bert schrieb:

„Zu Goslar an der Gose, da steht ein Lindenbaum, ach Rosa, schönste Rosa, du warst mein liebster Traum…“

Quellen:

  • Frölich, Karl; Die Goslarer Straßennamen
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Auberg, Günther; Rundwege Goslar,
  • Vollbrecht, Ursula; Kleine Goslarer Volkskunde

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.