Goslarer Straßennamenkatalog - Lindenplan


Lindenplan

Lindenplan 1
Lindenplan 2
Lindenplan 3

Der Lindenplan liegt nordwestlich außerhalb der Stadtmauer. Er führt zunächst von der Kreuzung Bertha-von-Suttner-Straße - Astfelder Straße bis zur Mittelstraße. Dort biegt die Straße nach rechts ab und läuft ringförmig auf sich selbst zurück.

Ihr Name ergibt sich aus den hier vorhandenen Lindenbäumen, die auf einer Freifläche, auf einem Plan, angepflanzt wurden. Der Lindenplan diente den Goslarern als großer grüner Platz zum Freischießen und als Schützenplatz. Nach Brandes` Chronik ist er seit 1181 bekannt:

„Das dritte Thor ist auch der Seiten weiter hinunter gegen den…, und wurde das Rosenthor genandt, zwischen diesen beiden Thoren ist nun draußen ein großer grüner Platz,[…], welches der Lindenplan genandt wird, worauf die Bürger von Goslar jährlich ihr großes freyschießen halten, und ein rechter freyer Platz ist.“

Darüber hinaus wird in der Goslarer Chronik des Hans Geismar der Lindenplan seit 1487 immer wieder als Exerzierplatz, Schützenhaus und Freimarkt erwähnt. Auf dem Kupferstich von M. Merian aus dem Jahr 1650 sind das Schützenhaus sowie die Schießscheiben dargestellt.

Der Schützenplatz auf dem Lindenplan musste 1864-66 dem Bau des Bahnhofs weichen und wurde sodann zum Osterfeld verlegt. Die Straße ist auf ihrer ganzen Länge geteert und macht einen gepflegten Eindruck. Etwa bis zur Höhe Klubgartenstraße sind auf beiden Seiten mit Verbundsteinen gepflasterte Bürgersteige vorhanden, anschließend läuft der Bürgersteig nur noch auf der rechten Seite fort. Bäume und Sträucher begrünen die Straße. Rechts befinden sich mehrstöckige Wohnhäuser mit Gauben, ihnen gegenüber ist ein großer Parkplatz sowie ein Spielplatz für Kinder. Im Bereich der Mittelstraße sind auch Fachwerkhäuser anzutreffen. Zur Bahnstrecke wird die Straße mit einer etwa zwei Meter hohen Sandsteinmauer begrenzt und zur Klubgartenstraße hin befinden sich beidseitig große Gärten.

Quellen:

  • Griep, Hans Günther; Kommentar in „Die Goslarer Chronik des H. C. Brandes von 1729“, Goslar 1954, S. 85, 87
  • Grundner-Culemann, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar, S. 124 ff.
  • Geismar, Hans; Die Goslarer Chronik des Hans Geismar, Heft 14; Hillebrand, Werner; Goslar, S. 22ff.

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.