Goslarer Straßennamenkatalog - Vititorwall


Vititorwall

Vititorwall 1
Vititorwall 2
Vititorwall 3

Entlang der ehemaligen Stadtmauer verbindet der Vititorwall die Rosentorstraße mit der Bäringerstraße. Der Name beruht auf dem zur Bäringerstraße hin befindlichen Vititor.

Das Tor wurde um 1100 gebaut und um 1500 erweitert. Ursprünglich bestand das Außenwerk aus einem großen und kleinen Turm. Im Jahre 1818 wurde das Torwerk weitgehend abgebrochen. Von dem Tor selbst ist neben dem Teil der Flügelmauer, welche den Torhof in Richtung Graben und Wall abschloss, nur noch ein halbrunder Rest des östlichen Halbturms vom Außenwerk erhalten. Am Toreingang steht ein bemerkenswerter Wappenstein mit Helm und Federbusch. Die Kaiserkrone auf dem Helm gehört offensichtlich zum Goslarschen Wappenschild. Die Stadtmauer selbst ist stückweise zwischen dem Vititor und der Neuwerkskirche am Rand des Klostergartens in ansehnlicher Höhe erhalten.

Eine Bebauung der Straße begann 1872 und die ersten Einwohner ließen sich hier nieder. Die Straße hieß von 1872-1880 „Vor dem Vitithore“, 1881 wurde sie umbenannt in „Vitithorpromenade“ und behielt diesen Namen bis 1927. Erst dann erhielt sie die Bezeichnung Vititorwall. Der Begriff „Wall“ bezeichnet die Straße am ehesten. In der Tat ist ungefähr bis zur Mitte der Straße der Boden erhoben. Vermutlich war diese Anhöhe ein wichtiger Bestandteil der Befestigungsanlage.

Heute lassen sich hier viele Stadtvillen bewundern. Diese schmücken den heute zentral gelegenen Vititorwall so, dass der Eindruck entsteht, man befinde sich tatsächlich in einem ruhigen Außenbezirk der Stadt. Erwähnenswert ist zudem, dass der Rest der Vititoranlage als Wohnung genutzt wird.

Quellen:

  • Gottschalk, Werner; Chronik der Stadt Goslar 919- 1919, S. 53
  • Wolff, Carl u. a.; Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, S. 227, 254ff
  • Brandversicherungsakten
  • Stadtarchiv Goslar Adressbücher von 1872- 1927

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.