Goslarer Straßennamenkatalog - Breite Straße


Breite Straße

Breite Strasse 1
Breite Strasse 2
Breite Strasse 3

Die Straße führt vom Breiten Tor zum Markt. Das Breite Tor war das Haupttor der Stadt innerhalb der Stadtbefestigung. Die Breite Straße wurde erstmals 1398 erwähnt, ist aber schon auf der von H.G. Griep erstellten Karte von Goslar um 1200 eingezeichnet.

Bereits 1797 war sie als „lata platea“ bekannt, was lateinisch ist und nichts anderes als „breite Straße“ bedeutet. Von jeher war sie die Hauptverkehrsstraße Goslars, an der schon im Mittelalter bedeutende Handelshäuser ihren Sitz hatten. 1797 findet man für den oberer Teil die Bezeichnung Steinkramen. Früher verlief dort, wo sich heute die Breite Straße befindet, einer der fünf Hauptarme der Gose. Dieser Arm der Gose verläuft heute unter der Straße, da sie befestigt und bebaut wurde.

Am 28.10.1696 wurde Moritz Graf von Sachsen in der Breiten Straße 95 als uneheliches Kind von August dem Starken und der Gräfin Aurora von Königsmarck geboren. Er errang im Dienste der französischen Armee zwischen 1729 und 1736 sowie mit seinem eigenen Heer zahlreiche Siege. Aus diesem Grund gilt er als einer der größten Feldherren des 18. Jahrhunderts.

In der Breiten Straße befindet sich der Ulrichsche Garten, eine kleine Ruheoase, von dicken alten Mauern umgeben. Er wurde im 18. Jahrhundert auf einer Brandstelle angelegt. In ihm befindet sich ein alter Taubenschlag, der im Juli 2001 als Fledermaus-Sommerquartier aufgebaut wurde. Der Garten ist in Privatbesitz und gehört zum Haus Breite Straße Nr. 78. Er ist von April bis Oktober täglich geöffnet. Heute befinden sich in der Breiten Straße viele Fachwerkhäuser, in denen verschiedenste Geschäfte ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Auch einige Bildungsträger haben hier ihren Sitz, unter anderem die Oskar Kämmer Schule.

Quellen:

  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Adressbuch der Stadt Goslar 1957/58 S. 35
  • Goslar Harz, Ein Führer durch Goslar und Umgebung, 17. Aufl., S. 66
  • Tafel am Eingang des Ulrichschen Gartens und am Taubenschlag Fledermausturm

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.