Goslarer Straßennamenkatalog - Böcklerweg


Böcklerweg

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Der Böcklerweg ist die zweite Seitenstraße der westlichen Ohlhofbreite. Vom Ende des Nansenwegs führt ein Fuß-und Radweg zum Ende des Böcklerweges. Die Enden der Wege sind natürlich, wie kann es anders sein, Wendekreise. Die üblichen roten Klinkerbauten unterscheiden sich durch ihre ausgefallenen Vorgärten. Ein besonders hübsches Exemplar – ich nenne es „Märchenland“- ist bestückt mit zahllosen rot-goldenen glänzenden Rosenkugeln. Diese stecken in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Höhen rund um einen weißen Steinbrunnen, auf dem ein Löwe thront. Dieser märchenhafte Garten bezaubert alle Passanten. Leider war dieses Kleinod schon Opfer von böswilligen Attacken und endete zerschlagen in der Mülltonne, berichtet uns die Eigentümerin. Sehr schade, denn für dieses schöne Dekor fährt sie extra nach Tschechien. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den bösen Buben nicht gefällt. Deshalb bewacht jetzt auch die ganze Nachbarschaft dieses Schmuckstück.

Der Weg wurde 1978 laut Stadt Goslar nach dem deutschen Kunsthistoriker Albert Böckler benannt. Er wurde 1892 in Landau geboren und starb 1957 in Istanbul. Weitere Information war von der Stadt Goslar nicht zu erhalten, ein Bezug zu Goslar ist nicht herzustellen.

Bei Heinz Schallock allerdings, der sich mit dem Stadtteil Ohlhof eingehend beschäftigt hat, ist Dr. Hans h.c. Böckler (siehe Foto und Briefmarke in der herunterladbaren PDF-Datei) der Namensgeber dieser Straße. Er wurde am 26.2.1875 in Trautskirchen bei Neustadt an der Aisch geboren und starb nach einem ausgefüllten Leben am 16.2.1951 in Düsseldorf. 1894 mit gerade mal 19 Jahren ist er Mitglied des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes und der SPD. In der nationalsozialistischen Zeit wird er wegen illegaler Gewerkschaftstätigkeit verfolgt und verhaftet. Zuvor war er von 1928-1933 Mitglied des Reichstages und nach 1945 setzte er sich für den Wiederaufbau der Gewerkschaften ein. 1947 wurde er Gewerkschaftsvorsitzender für die britische Zone, 1949 für die ganze Bundesrepublik Deutschland. Während seiner Amtszeit wird das WWI, das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut gegründet und unter seiner Führung erhalten die Gewerkschaften das Mitbestimmungsrecht in der Montanindustrie. Die Ruhrfestspiele werden als sozialkultureller Ausdruck der Gewerkschaften geschaffen. Erst als er 1951 stirbt, endet seine Amtszeit für den DGB.

Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996,888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt, Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.