Goslarer Straßennamenkatalog - Beckmannweg


Beckmannweg

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Der Beckmannweg ist ein Abzweig am Ende der Dürerstraße. Hier überwiegt eine bungalowartige Bauweise mit sichtbarem Mauerwerk. Die eierschalfarbenen, weißen oder hellbeigen Gebäude haben zwar keine Flachdächer, aber nur wenig Raum im Dachbereich. Deshalb breiten sie sich in ihrer Grundfläche großzügig in gepflegten Gärten aus. Vor einem Haus liegt eine große Baumwurzel auf der Rasenfläche.Diese Deko unterscheidet sich angenehm von der käuflich erworbenen. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass einige der großen Eigenheime zusätzlich Eingänge an der Rückseite besitzen. Das weist daraufhin, dass sie von mindestens zwei Familien bewohnt werden. Über einen Fußweg kommt man wieder auf den Weg, der ganz Ohlhof umrundet und trifft auf ein wahres Idyll. Das wie ein Teich angelegte Rückhaltebecken lädt zur Rast auf den dort aufgestellten Bänken ein. Hier veranstalten die Ohlhöfer ihr Osterfeuer. Der Beckmannweg wurde 1979 benannt.

Max Beckmann wurde am 12.3.1884 in Leipzig geboren und starb am 27.12.1950 in New York. Ein Bezug zu Goslar konnte nicht gefunden werden. 1899 studiert er in Weimar an der Kunstschule bei Frithjof Smith. Seine damaligen Arbeiten zeigten Einflüsse von Liebermann und Corinth. Nachdem er 1903 Paris besuchte zog er 1904 nach Berlin. Er war der typische Großstadtmensch und machte Reisen nach Frankfurt, New York und sogar bis Braunschweig, aber nach Goslar wohl nicht. Im Herbst 1906 heiratete er Minna Tube und bekam ein halbjähriges Stipendium in der Florentiner Villa Romana. Ab 1909 war sein eigentliches Thema die Katastrophe. Inspiriert hatte ihn das Erdbeben von Messina.

Seine Zeichnungen von Menschen in Berlin am Wittenbergplatz und Stettiner Bahnhof erschienen nach 1911 als Lithographien. Sein Stil erschien zu diesem Punkt impressiv (veraltet stimmungsvoll), weich, in plastischem Hell-Dunkel. Das änderte sich 1914 bei seiner „Kriegserklärung“. Der Ausdruck dieses Werkes kann mit Betroffenheit, Anteilnahme und Gesichtern, die ihre Seele darstellen, beschrieben werden.

Nachdem Max Beckmann 1915 freiwillig in den Krieg zog kam er nervenkrank zurück und wurde in Frankfurt entlassen. Nun legte er Radierungen und Lithographien an, die er mit einem Selbstportrait als Deckblatt bestückte. Dieser Zyklus erschien 1922 unter dem Titel „Berliner Reise“. Dorthin zog er 1933 und 1937 ging er in Amsterdam ins Asyl. 1947 wandert er in die USA aus und unterrichtete am Brooklyn Museum in New York und der Washington Universität, wo er mit 66 Jahren am 27.12.1950 starb.

Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.