Goslarer Straßennamenkatalog - Bodelschwinghweg


Bodelschwinghweg

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Der Bodelschwinghweg nimmt seinen Anfang am Dunantring und führt nach einem Rechtsknick im Bogen zu einer Wendeplatte, wo er endet. Auch hier findet man die für Ohlhof üblichen Bauminseln die zwischen andersfarbigen Parkbuchten liegen. Alle Wege hier sind mit rotem Pflaster versehen. Nur die als Parkfläche gekennzeichneten Flächen sind in grau gehalten. Von der Straße zweigt ein Fuß- und Radweg Richtung Ohlhofbreite ab. Der ganze Stadtteil ist durch ein Netz von diesen Wegen miteinander verbunden. Es ermöglicht Fußgängern oder Radfahrern, auf dem kürzesten Weg ohne Autoverkehrsstraßen nutzen zu müssen, entspannt ihr Ziel zu erreichen. Die Bebauung war baubehördlich vorgegeben und ist dem Stil der umliegenden Wege angepasst. Die Beschreibung des Kolping-, Wichern- und Brandströmweges trifft auch hier zu. Die ziegelsteinroten Häuser, die im Hintergrund zu sehen sind, gehören zur Ohlhofbreite. In dieser Straße war diese Farbgebung vorgeschrieben.

Auch die Benennung des Dunantrings und der von ihm abgehenden Wege hat System. Alle sind hier nach herausragenden Persönlichkeiten benannt, die sich durch humanitäre, soziale Lebensarbeit ausgezeichnet haben. Auf einer Briefmarke wird der Namensgeber dieser Straße als Helfer der Menscheit bezeichnet. 1978 benannte man sie ihm zu Ehren Bodelschwinghweg.

Freiherr Friedrich, Christian, Carl von Bodelschwingh lebte vom 6.03.1831 bis 2.04.1910 und war der Gründer der Anstalten von Bethel. In Tecklenburg geboren, wurde er zuerst Landwirt und studierte danach Theologie. Die Hauptaufgabe seines Lebens sah er in der tätigen Nächstenliebe. Er betreute in Elend lebende Auswanderer in Berlin und wurde 1870 Feldprediger. 1872 übernahm er ein Epileptikerheim und das Diakonissenhaus in Bielefeld und baute diese im Lauf der Jahre zu einem der größten und vielseitigsten Hilfswerkes der Inneren Mission aus. Zu den „Bethelschen Anstalten“ gehören heute Kranken-, Heil- und Fürsorgeeinrichtungen für Epileptiker, psychisch Kranke, Obdachlose, Alte, Nichtsesshafte, gefährdete Jugendliche und Erwachsene. Außerdem dienen sie als Ausbildungsstätten für Schwestern, Sozialpfleger, Diakonen und Missionare. Ab 1906 erweitert er diese als Heidenmission in Ostafrika und 1907 setzte er im preußischen Landtag durch, dass die Brüder der Landstraße durch das „Wanderarbeitsstättengesetz“ geschützt wurden. Der Edelmann, Bettelmann, Doktor und Pastor hat in Bethel eine Stadt der Barmherzigkeit aufgebaut, die in der Welt wohl einzigartig ist.


Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.