Goslarer Straßennamenkatalog - Charlotte-Müller-Weg


Charlotte-Müller-Weg

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Der Charlotte-Müller-Weg beginnt am Theodor-Heuss-Ring. Geografisch liegt die Straße im nordwestlichen Teil Ohlhofs. Wie alle Wohnwege in Ohlhof endet der Charlotte-Müller-Weg an einem Wendeplatz und ist als Spielstraße ausgewiesen. Am Straßenanfang kommt man als erstes zu einer Garagenanlage. Um die Häuser des Charlotte-Müller-Wegs zu erreichen muss man zu Fuß weiter. Die Häuser befinden sich in kleinen Stichstraßen, die vom Wendeplatz abgehen. Über zwei dieser Fußwege kann man den Degenhardtweg erreichen. Manche dieser Wege sind mit Sperrpfosten versehen um ungewünschten Autoverkehr fernzuhalten. Die Bebauung des Charlotte-Müller-Wegs besteht ausschließlich aus Reihenhäusern. Die meisten Häuser sind Flachdachbungalows, die leicht versetzt gebaut worden sind. Etliche Anwohner haben ihre kleinen Vorgärten sehr liebevoll gestaltet.

Im Jahr 1978 erhielt diese Straße ihren Namen nach Charlotte Müller. Sie wurde 1908 in Hirschberg/Schlesien geboren. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde Charlotte Müller mit ihren beiden Kindern aus Hirschberg vertrieben. So kam sie mit ihrer Familie, wie viele Menschen aus Schlesien, 1945 nach Goslar. Schon früh waren die Belange in der Kommunalpolitik für Charlotte Müller sehr wichtig. Im Dezember 1948 kam sie als Ratsherrin der SPD in den Goslarer Rat. Bereits 1950 wurde sie in den Verwaltungsausschuss gewählt und als Nachfolgerin für den verstorbenen Bürgermeister Wilhelm Schacht vorgeschlagen. Es sollte aber noch bis Februar 1965 dauern, ehe Charlotte Müller zur Bürgermeisterin wurde. Sie war die erste Frau in der über 1000 jährigen Geschichte Goslars die das Amt der Ersten Bürgermeisterin innehatte. Charlotte Müller war bisweilen eine „unbequeme“ Ratsfrau und Bürgermeisterin. Nie ließ sie die Belange der Bürger aus den Augen und mehr als einmal setzte sie ihre Standpunkte sehr energisch gegen ihre männlichen Kollegen durch. Mehr als 20 Jahre hatte sie sich in der Kommunalpolitik für die Stadt und ihre Bürger eingesetzt. Charlotte Müller verstarb im Jahr 1971 im Alter von 63 Jahren.

Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol … bis Ohlhof 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar; Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Stadtarchiv Goslar; Goslarsche Zeitung vom 03.04.2004, Signatur 1 – 802

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.