Goslarer Straßennamenkatalog - Cranachweg


Cranachweg

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Der Cranachweg beginnt am Konrad-Adenauer-Ring und geht als Fußweg in den Max-Ernst-Weg über, getrennt durch einen Wendeplatz, der wie ein kleiner Kreisverkehr um einige mit Bäumen begrünte Parkbuchten herumführt. Danach geht es nur noch per Pedes weiter. Anfangs führt er hinter dem langen Garagentrakt einer Mehrfamilienanlage der Hauptstraße entlang. Die Rückseiten der Garagen hat man aufwendig begrünt und mit Rankhilfen versehen. Hier beweist man, wie aus einer unattraktiven Mauer ein Blickfang gemacht werden kann. Ein weiterer Hingucker ist ein großer, von Säulen getragener Balkon an einem Haus. Er wird von dem Hausgiebel überdacht und an dem holzverkleideten Geländer sind in Abständen Blumenkästen angebracht. Dieses wunderschöne Gebäude könnte auch im Allgäu oder Schwarzwald stehen.

Lukas Cranach, der Namensgeber der 1979 benannten Straße, wurde als Sohn eines Malers um 1472 in Kronach geboren und hieß ursprünglich Müller. Später nannte er sich in Anlehnung an seinen Heimatort Lukas Cranach d. Ä., 1501 begab er sich auf Wanderschaft, kam bis nach Wien und lernte Albrecht Dürer kennen. Dort entstand 1503 seine berühmte „Donauschule“ und 1504 berief ihn Kurfürst Friedrich III. von Sachsen als Hofmaler nach Wittenberg. Kurfürst Friedrich der Weise verlieh ihm 1508 das Familienwappen mit der geflügelten Schlange. Danach reiste er im Auftrag des Kurfürsten in die Niederlande und 1509 illustrierte er einen Katalog der Sammlung der Reliquien Friedrichs. Nach der Hochzeit mit der Tochter des Bürgermeisters von Gotha (1912 – Barbara Brengebier) gebar diese ihm später 2 Söhne und 2 Töchter. Es traf ihn hart, als sein sehr talentierter Erstgeborener Hans in jungen Jahren verstarb. Beide Söhne waren Maler geworden und Lukas d. J. wurde später sein Nachfolger. 1513 fertigte Cranach ein Gebetbuch für Kaiser Maximilian I.

Außerdem betätigte er sich als Brautwerber für Martin Luther bei Katharina von Bora. Bei der Hochzeit fungierte er mit seiner Frau als Trauzeuge und später als Taufpate von Luthers erstem Sohn Johannes. Demzufolge ist es naheliegend, dass er mit seiner Kunst die Reformationsbewegung ins Bild setzte und maßgeblich unterstützte. Lukas Cranach galt als einer der reichsten und einflussreichsten Bürger Wittenbergs und 1537/38 amtierte er als Bürgermeister. Dieses Amt hatte er 3 Perioden inne. Als der Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige 1547 in Gefangenschaft geriet, folgte er ihm 1550 und blieb bis zum Ende der Haft bei ihm. Er bat Karl den V., er hatte diesen schon als 8jährigen Jungen kennen gelernt, um Gnade und kehrte 1552 mit dem darauf begnadigten Friedrich nach Sachsen zurück.


Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.cranach.de
  • www.luther.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.