Goslarer Straßennamenkatalog - Däublerweg


Däublerweg

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Der Däublerweg liegt versteckt hinter den Wohnblocks und den Garagenanlagen des Theodor-Heuss-Rings, von dem er abzweigt. Er führt an der mit tonnenschweren Findlingsblöcken bestückten Grünanlage dieser Häuser vorbei bis zum Wendeplatz, um den sich alle Gebäude des Däublerwegs gruppieren. Auch hier hat man sich durch unterschiedliche Farbgebung um etwas Individualität bemüht. Sehr auffällig ist ein Haus mit kräftig smaragdgrünen Fenstern, Balkontür, Garage und Carport. Der warme Farbton macht förmlich gute Laune. Der Nachbar hat sich in ähnlicher Form bei Fenstern und Garage für ein Taubenblau entschieden. Bei einem anderen schmückt ein sehr schönes schmiedeeisernes Tor den großen Vorgarten. Die Hausnummer 1 sucht man allerdings vergeblich. Vielleicht belegt die Garagenanlage dieses Grundstück.

Der Däublerweg wurde 1979 nach dem deutschen Schriftsteller, Lyriker und Kunstkritiker Theodor Däubler benannt. Er wurde am 17. August 1876 in Triest geboren und starb am 14. Juni 1934. Als junger Mann führte ihn ein unstetes Wanderleben unter anderem durch Italien, Griechenland, Frankreich, den Orient und Deutschland. Er lebte einige Zeit in Berlin und war hier von 1928-1932 Präsident des deutschen PEN-Clubs, eines Schriftstellerverbandes.

Däublers erste Werke erschienen ab 1910. Er dichtete wortgewaltige Epen (Heldengedichte), wie schon der Titel des Gedichtes „Oh Zeus, Du hehres Angesicht in Hellas Mythen“ deutlich zeigt. Sein Hauptwerk „Das Nordlicht“ umfasst 30 000 Verse in drei Bänden. Um einen Eindruck seines Schreibstils zu gewinnen, hier noch ein kurzer Auszug aus diesem Werk:

Ich sah einmal einen Regenbogen

Ich sah einmal in einen Regenbogen,
Er schien mir aller Stürme stilles Thor,
Dann ward ein Karren plötzlich durchgezogen,
Es zerrten Büffel ihn stets weiter vor.
Es gingen diese Thiere selbst des Weges,
Längst hatte sie der Mensch für sich betäubt,
Es hieß das noch etwas, - wer‘s kann, erwäges
Ich sah hinweg, ins Licht, das nie zerstäubt !


Quellen:


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.