Goslarer Straßennamenkatalog - Daniel-Köppel-Weg


Daniel-Köppel-Weg

Der Daniel-Köppel-Weg beginnt als Spielstraße nach der kreisverkehrsähnlichen Kreuzung Franz-Mitta-Weg und Johann-Thurzo-Weg als Fortführung der Roederstraße. Er endet wie alle Wege in einem Wendekreis mit einzelnen Bäumen zwischen den üblichen Parkbuchten. Auch dieser Weg ist gekennzeichnet durch die rote Pflasterung und die kugelartigen Straßenlaternen, die nur in den Wegen vorkommen. Die Straßen hingegen haben eine Asphaltdecke, Gehwege und andere Beleuchtungskörper. In Abständen findet man kleine Bauminseln. Die Bebauung ist hier dadurch etwas anders, weil die Fassaden alle in ziegelsteinrot gehalten sind. Meist handelt es sich um Klinkerbauten mit dunklen Walmdächern. Rote Dachziegel findet man in Ohlhof laut Vorschrift nur im Marktzentrum. Der Daniel-Köppel-Weg befindet sich an dieser Stelle in bester Gesellschaft, denn mit Franz Mitta (Parallelweg) verbinden Daniel Köppel verwandtschaftliche Bande.

1986 benannte die Stadt Goslar in Ohlhof eine Straße nach Johann Daniel Köppel. Leider sind weder Geburts- und Sterbedaten sowie Orte zu erfahren. Der aus Tirol stammende Baumeister „Hannoveranus“ kam 1729 nach Goslar. Mit dem Steinhauermeister Christian Köppel unterzeichnete er im August einen Baukontrakt mit dem Fürstbistum Hildesheim. Sie waren unter anderem in Grauhof, Lamspringe, Wöltingerode, Groß Düngen und Goslar tätig. Nach seinen Plänen baute man die 1728 durch einen Brand zerstörte Stephanikirche wieder auf. Die Arbeiten dauerten von 1729-1736. Die Kirche besteht heute noch in derselben Form und eine Tafel belegt, dass er diesen Aufbau von 1729 bis 1736 geleitet haben soll. In verschiedener Literatur dauerten die Arbeiten jedoch nur bis 1734. Die italienischen Reminiszenzen in St. Stephanie sind nicht zufällig. Um 1730 war diese Stilrichtung der allgemein herrschende Geschmack und somit Daniel Köppel der richtige Mann.

Er heiratete am 14.10.1729 in Grauhof die Tochter von Francesco (Franz) Mitta. Der bekannte Bildhauer aus Ciavenna am Comer See war sein Lehrmeister und wird in der gleichnamigen Straße näher beschrieben. Wie der Namenszusatz „Hannoveranus“ schon andeutet, arbeitete Daniel Köppel bis 1729 in Hannover. 1732 ernannte ihn das Fürstbistum Hildesheim zum „Thumbkapitularischen Maurermeister“. Dieses Amt, das dem Stephanie-Architekten zu erheblichem Ansehen verhalf, hatte er bis 1737 inne.


Quellen:

  • Dr. Lange, Horst-Günther; Damit Namen nicht nur Schall und Rauch bleiben, Goslarsche Zeitung (GZ) vom 03.04.2004
  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

 

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.