Goslarer Straßennamenkatalog - Dr.-Pfaffendorf-Weg


Dr.-Pfaffendorf-Weg

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Der Dr.-Pfaffendorf-Weg ist im nördlichen Teil Ohlhofs zu finden. Er beginnt am Theodor-Heuss-Ring und endet dort nach halbkreisförmigem Verlauf. Der Dr.-Pfaffendorf-Weg ist einer der wenigen Wohnwege, die nicht als Sackgasse mit Wendeplatz enden. Aber wie alle anderen Wohnwege ist auch dieser Weg eine Spielstraße. Die Bebauung besteht aus Einfamilienhäusern und Flachdachbungalows. Besonders auffällig ist die Gestaltung einiger Garagen. So sind im Dr.-Pfaffendorf-Weg drei blaugestrichene Garagen zu finden. Ein Anwohner hat sein Garagentor mit einem Einhorn bemalt. Diese Dekoration ist eine schöne Abwechslung zu den sonst üblichen Garagentoren.

1978 wurde der Dr.- Pfaffendorf-Weg nach dem Fabrikdirektor der Greif- Werke und dem zwischen 1949 und 1968 in Goslar amtierenden Oberbürgermeister Dr. rer. pol. Herman Pfaffendorf (1896-1969) benannt. Dr. Pfaffendorf wurde am 22. Mai 1896 in Hannover geboren und besuchte dann das Realgymnasium in Goslar. Als Kriegsfreiwilliger rückte er nach Ablegung der Reifeprüfung mit dem Füsilier-Regiment 73 ins Feld. Im April 1917 geriet er als Leutnant an der Westfront in englische Gefangenschaft.
Hier konnte er schon mit seinen historischen- und juristischen Studien beginnen und kehrte im November 1919 nach Hause zurück. In der Zeit von 1920-1922 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in München, Kiel und Göttingen. 1923 promovierte er zum Doktor der Staatswissenschaften. Im Wirtschaftsverband Bergbau in Magdeburg arbeitete er bis 1932, woran sich eine Tätigkeit als Syndikus (Verwalter/Rechtsanwalt) bei den Greif-Werken, einer Bürobedarfsgesellschaft, in Goslar anschloss. Als Major der Reserve bei der Wirtschaftsinspektion in Kassel war er ab 1943 im Einsatz. Nach Kriegsende kehrte er in seine Heimatstadt Goslar zurück, wo er bald nach ihrer Gründung der CDU beigetreten ist. Dr. Pfaffendorf gehörte seit 1946 als CDU-Kommunalpolitiker ununterbrochen dem Rat an. Vom 28.11.1949 bis zum 05.12.1952 amtierte er als gewählter Oberbürgermeister für die Stadt Goslar sowie vom 25.11.1958 bis zum 29.10.1968. Dr. Pfaffendorf verstarb am 05. 01.1969.

Goslar bot als erste westdeutsche Stadt den geflohenen und vertriebenen Briegern aus Kreis und Stadt die Patenschaft an, wofür sich Goslars Oberbürgermeister Dr. Herman Pfaffendorf besonders engagierte. Eine historische Sammlung von Brieg findet man im Stift „Großes Heiliges Kreuz“ in Goslar.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.