Goslarer Straßennamenkatalog - Heinrich-Vogeler-Weg


Heinrich-Vogeler-Weg

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Der Heinrich-Vogeler-Weg beginnt kurz nach dem Übergang der Kurt-Schumacher-Allee in die Ohlhofbreite. Hier macht die rote Pflasterung der Wege in Ohlhof wirklich Sinn. Dadurch landet ein Ortsfremder nicht versehentlich auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes, sondern folgt dem „roten Leitfaden“ nach links bis zu einem in der Mitte bepflanzten Wendeplatz. Die Häuser in diesem verkehrsberuhigten Weg sind im Reihenhausstil errichtet und passen sich farblich an die Gebäude des Marktzentrums an. Vom Wendeplatz führt der Heinrich-Vogeler-Weg über einen Fuß- und Radweg zur Kurt-Schumacher-Allee und ist einseitig mit einer weiteren Häuserreihe bebaut. Da dieses Stück Weg auch für Anwohner nicht befahrbar ist, haben sie ihre Garagen an der Hauptstraße. Beim Entladen schwerer Einkäufe ist hier schon Einfallsreichtum gefragt.

Benannt wurde der Heinrich-Vogeler-Weg nach dem deutschen Maler, Graphiker, Illustrator, Architekten, Designer, Pädagogen, Schriftsteller und Sozialrevolutionär Johann Heinrich Vogeler (1872-1942) im Jahr 1979. Heinrich Vogeler wurde am 12. Dezember 1872 in Bremen geboren, studierte in der Zeit von 1890-1893 an der Düsseldorfer Akademie Kunst und schloss sich 1894 der Künstlerkolonie Worpswede an. Heinrich Vogeler ist besonders als Jugendstilkünstler bekannt geworden. Neben Bildern und Graphiken gestaltete er auch Möbel und andere Gegenstände des täglichen Lebens, illustrierte Zeitschriften und Bücher u.a. für den Insel Verlag. Er gestaltete im Jahr 1905 die Güldenkammer im Bremer Rathaus. Außerdem entwarf er den im Jahr 1910 erbauten Bahnhof von Worpswede im Jugendstil. Im Jahr 1908 gründete er mit seinem Bruder Franz in Tarmstedt die Worpsweder Werkstätten, einen Tischlerbetrieb.

Die Wohn- und Arbeitsstätte von Heinrich Vogeler war zwischen 1895 und 1923 Barkenhoff (plattdeutsch für Birkenhof) in Worpswede. Heute ist dieses Gebäude ein Museum. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Heinrich Vogeler zum überzeugten Pazifisten wie Sozialisten und entwickelte einen expressionistischen Malstil. In der Zeit von 1918-1923 versuchte er auf Barkenhoff in einer Kommune und Arbeitsschule seine alternativen Lebensentwürfe umzusetzen. Ab 1923 reiste Heinrich Vogeler regelmäßig nach Moskau. Im Jahr 1931 emigrierte er in die Sowjetunion und passte seine Werke der Ausdrucksform des sozialistischen Realismus an. Als 1941 die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion einmarschierte, wurde er von Moskau nach Kasachstan deportiert, wo er am 14. Juni 1942 verstarb.

Quellen:

  • Schallock, Heinz von Ol…bis Ohlhof; Selbstverlag Goslar-Ohlhof
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.worpswede.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.