Goslarer Straßennamenkatalog - Heinrich-Wulfert-Weg


Heinrich-Wulfert-Weg

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Der Heinrich-Wulfert-Weg biegt am Wendekreis der Grundner-Culemann-Straße ab und endet in eben einem solchen. Der Verbindungsweg, der links zum Rudolf-Bosse-Weg führt, wurde mittels eines rotweißen Pfostens gesperrt. Diese Maßnahme hat sich bei den Navis noch nicht rumgesprochen. Eine Anwohnerin belustigt sich immer wieder über ihr neues Gerät, dass bei der Einfahrt in ihre eigene Wohnstraße fleht: „Wenn möglich, bitte wenden…, wenn möglich…“ :-) Die Zufahrt vom Rudolf- Bosse-Weg würde es akzeptieren, den Unfall allerdings auch. :-(

Im Heinrich-Wulfert-Weg ist es den Bewohnern gelungen, etwas Farbe in die vorgeschriebene Bebauung zu bringen. Wenigsten eine Garage leuchtet in erfrischendem Gelb und bei einem Gebäude hat man sich für einen gelblichen Holzbehang entschieden. Unterstrichen wird dieser „Ausreißversuch“ durch den Einbau von hellen Holzfenstern. Die Beleuchtung und die Hausnummer neben der Eingangstür leuchten in einem satten Rot. Ansonsten überwiegt wieder die Auflage der Baubehörde: Weiße Fassade, dunkler Behang und Fenster. Einen hübschen Effekt bewirkt eine kräftige Kletterpflanze an einer Hauswand, die im Winter – da ohne Blätter – eher einem filigranen Kunstwerk ähnelt. Gleich einem Gerippe schmiegt sie sich flach an die Hauswand.

Der Namensgeber der Straße, Heinrich Wulfert wurde 1892 geboren und verstarb 1975. Er verwaltete rund 4 Jahrzehnte die Finanzen Goslars als Stadtkämmerer. Nach Kriegsende am 10. April 1945 übergab er die Stadt Goslar kampflos den Amerikanern. Er tat dies gegen den Befehl des NSDAP-Bürgermeisters. Der von 1933-1945 amtierende Oberbürgermeister Heinrich Droste zog es dann vor, aus der Stadt zu fliehen. Durch die kampflose Übergabe blieb die Stadt Goslar vor Zerstörungen verschont. Der als unbelastet geltende Heinrich Wulfert wurde vorübergehend als Bürgermeister eingesetzt. Im Juni 1945 trat der erste Nachkriegsmagistrat zusammen. Im Jahr 1957 verlieh man Heinrich Wulfert die Ehrenbürgerwürde der Stadt Goslar und im Mai 1986 bekam in Ohlhof eine Straße seinen Namen.

Quellen:

  • Dr. Lange, Horst-Günther; Damit Namen nicht nur Schall und Rauch bleiben, Goslarsche Zeitung vom 03.04.2004
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.goslarsche.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.