Goslarer Straßennamenkatalog - Johann-Thurzo-Weg


Johann-Thurzo-Weg

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Der Johann-Thurzo-Weg führt als Spielstraße in einem Rechtsbogen von der Kurt-Schumacher-Allee weg und trifft am Ende der Roederstraße auf ein kleines kreisverkehrsähnliches Rondell. Geradeaus erreicht man den Franz-Mitta-Weg, links kommt man zum Daniel-Köppel-Weg. Helle Fassaden und gediegene Eleganz prägen diesen Straßenabschnitt. Obwohl sie unmittelbar hinter einer Hauptverkehrsstraße des Stadtteils liegt, lässt es sich hier ohne störenden Verkehrslärm angenehm leben.

Im Jahr 1986 wurde die Straße nach dem „Pionier der Wirtschaft“ Johann Thurzo benannt. Johann Thurzo von Bethlemfalva kam am 30.4.1437 in Ungarn auf die Welt und starb am 10.10.1508 auch dort. Er studierte in Padua und war vielseitig tätig in Polen, Ungarn und Deutschland. Er heiratete zweimal und aus jeder dieser Ehen gingen 5 Kinder hervor. Mit seinem Schwager Johann Teschnar betrieb er 1469 eine Schmelzhütte bei Krakau und ließ diese von Hans Koler aus Nürnberg leiten. Aus einem Vertrag mit dem Ungarnkönig Mathias Corvinus vom 24.4.1475 geht hervor, dass er die ersoffenen ungarischen Gruben mit Hilfe von „Kehrrädern“ entleeren und dann Bergbau betreiben sollte. 1477 wird er Ratsherr der Stadt Krakau ohne sich jemals politisch zu betätigen.

1478 bis 1496 besaß Thurzo Anteile am Kapital des Rammelsberges. Somit war er Kapitaleigner. Er förderte auch die sogenannten „Wasserkünste“ (Wassernutzung als Energiequelle) und die Verhüttung von Kupfer. Nachdem der Rat der Stadt Goslar 1494 sein Stadtgesetz dahingehend verschärft hatte, dass alle Bergbau betreibenden, Auswärtigen, Bürger der Stadt werden sollen, brach Thurzo alle Brücken zu Goslar ab und verkaufte bis 1496 seine Anteile, die er als Bürger und Konsul von Krakau von 1478 an besessen hatte. 1494 gründete er mit Jakob Fugger in Augsburg die weltberühmte Handelsgesellschaft und wurde zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsführer Europas.

Johann Thurzo erlangte großen Reichtum und hohes Ansehen bei den obersten weltlichen und geistlichen Herren. Bedauerlich, dass die Stadt Goslar schon im 15. Jh. so eine Wirtschaftsgröße aus der Stadt vergrault hat.

Quellen:

  • Dr. Lange, Horst-Günther; Damit Namen nicht nur Schall und Rauch bleiben, GZ 3.04.2004
  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.