Goslarer Straßennamenkatalog - Kirchnerweg


Kirchnerweg

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Der Kirchnerweg befindet sich im nordöstlichen Zipfel vom Stadtteil Ohlhof, beginnt an der Dürerstraße als Spielstraße und endet als Wendeplatz. Völlig ortsuntypisch hat dieser keine gekennzeichneten Parkbuchten und ist nicht befestigt. Der Kirchnerweg ist sehr kurz. Er verbindet sich durch einen Fußweg mit dem Spazierweg rund um den Ortsteil. Dieser führt zu dem teichähnlichen Rückhaltebecken, an dem das jährliche Osterfeuer stattfindet. Die 8 Wohnhäuser sind mit weißem Klinker versehen und liegen meist hinter dichten Hecken oder verbergen sich hinter Nadelgehölzen. Die Hausnummern sind wie überall im Uhrzeigersinn vergeben worden.

Benannt wurde dieser Wohnweg nach dem deutschen Maler und Graphiker des Expressionismus Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) im Jahr 1979. Bevorzugt stellte Ernst Ludwig Kirchner den weiblichen Akt in der freien Natur in farbkräftigen und impulsiven Bildern dar. Neben Akten und Porträts gehörten auch Landschaften, Stadtansichten und die Welt der Varietés zu seinen Werken. In den Jahren 1915/16 erkrankte er, nachdem er sich freiwillig rekrutieren ließ. Die Kriegserlebnisse bei der Infanterie waren der Anlass seiner Erkrankung und machten einen Aufenthalt im Sanatorium in Königsstein im Taunus notwendig. Danach wurde er aus dem Militärdienst entlassen. Nach seiner Genesung zog er sich in der Zeit von 1917-1938 in die Schweiz nach Davos zurück, wo einige seiner Hauptwerke wie Schwarzer Kater, Vor Sonnenaufgang oder Die Freunde entstanden. 1937 fanden Einzelausstellungen in der Kunsthalle in Basel und im Kunstmuseum in Detroit, USA statt.

In München wurden auf der nationalsozialistischen Ausstellung 32 Werke als „Entartete Kunst“ gezeigt und der Künstler als „entartet“ abgewertet. Am 15. Juni 1938 erschoss sich Ernst Ludwig Kirchner in Frauenkirch bei Davos in der Schweiz. Seine Werke fanden erst nach 1945 eine ansteigende Würdigung, die in einer stetigen Zunahme von Ausstellungen zum Werk des Künstlers zu beobachten war.

Quellen:

 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.