Goslarer Straßennamenkatalog - Kollwitzweg


Kollwitzweg

Kollwitzweg_1
Kollwitzweg_2
Kollwitzweg_3

Der Kollwitzweg ist ein Nebenweg von der Riemenschneiderstraße. Hier findet man, für den Stadtteil Ohlhof untypisch, sehr unterschiedliche Baustile. Es überwiegen anfangs Butzenscheiben in den Fenstern und den Eingangstüren. Dann kann man ein ganz entzückendes Fachwerkhaus mit einem Erker finden. Dieser wurde zwischen dem Fachwerk mit Ziegelsteinen in einem Muster ausgemauert. Ein Stück weiter überrascht ein ganz eigenwilliges, zartgrünes Gebäude. Der Giebel wurde einseitig begradigt um Platz für einen großen Balkon zu geben. Der große zweigeschossige Bau hebt sich deutlich von der sonstigen eingeschossigen Bauweise ab. Zuerst irritiert dieser einseitig begradigte Giebel den Betrachter bis der Sinn dieser Aktion durch den großen schönen Balkon bewusst gemacht wird. Zu guter Letzt kann man über einen Fuß- und Radweg eine Grünanlage mit Bänken finden, die zu einer Rast einladen.

Benannt wurde der Kollwitzweg nach der deutschen Graphikerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) im Jahr 1979. Käthe Kollwitz wurde am 08. Juli 1867 in Königsberg (heute Kaliningrad) in Ostpreußen geboren und verstarb am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden. In der Zeit von 1885-1889 studierte sie Malerei in Berlin und München.

Käthe Kollwitz verarbeitete in ihrer Kunst Themen wie Armut, Krieg, Frieden, Widerstand, Proletariat, Mutterschaft, Tod, Altern, Trauer, Kinderhunger und Abtreibung. Mit ihren ernsten Lithographien, Radierungen, Kupferstichen, Holzschnitten und Skulpturen konnte sie einen zeitlosen Kunststil entwickeln. Sie brachte die leidvolle Wirklichkeit sozialkritisch in Schwarz und Weiß zum Ausdruck und wies somit auf soziale Missstände hin. Außerdem gestaltete sie Plakate für den Antikriegstag und für die Arbeiterhilfe zur Unterstützung hungernder Kinder. Sie wollte gegen den Krieg, für soziale Gerechtigkeit, Humanität und Frieden wirken. Käthe Kollwitz erhielt für ihr künstlerisches Wirken zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie mit einem Berufsverbot belegt.

Quellen:

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.