Goslarer Straßennamenkatalog - Kolpingweg


Kolpingweg

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Der Kolpingweg zweigt vom Dunantring ab und verläuft in einem Linksbogen bis zu einem in der Mitte begrünten Wendekreis. Die Bebauung wurde auch hier in der vorgeschriebenen Art vorgenommen. Nähere Beschreibungen können im Bodelschwingh-, Brandström- und Wichernweg nachgelesen werden. Die Vorgaben der Fassadengestaltung, der Anzahl der Stockwerke und sogar der Neigungswinkel des Daches machen es schwer, sein Haus so zu gestaltet, dass es sich erheblich von dem des Nachbarn unterscheidet.

Adolph Kolping wird am 8.12.1813 als Sohn eines armen Schäfers in Kerpen bei Köln geboren. Er und seine 4 Geschwister wachsen in bescheidenen Verhältnissen auf. Da für eine höhere Schulbildung kein Geld da ist, besucht er trotz Eignung und Neigung nur die Volksschule und beginnt 1826 eine Lehre als Schuhmacher. Bis 1837 arbeitet er als Geselle bevor er mit 23 Jahren noch einmal die Schulbank drückt. Kolping gibt seinen Beruf auf und besucht das „Marzellengymnasium“ in Köln. Schon nach drei-einhalb Jahren besteht er das Abitur und studiert in München und Bonn Theologie.

1845 wird er in der Minoritenkirche in Köln zum Priester geweiht. Zuvor hat er 1 Jahr ein Priesterseminar in Köln besucht. Zuerst arbeitet er als Religionslehrer und Kaplan in Elberfelde, dann ab 1846 als zweiter Präsus des Gesellenvereins. 1849 avanciert er zum Domvikar in Köln und gründete dort den „Gesellenverein Köln“. Schon im Januar 1850 hat der Verein bereits 550 Mitglieder und bis zu seinem Tod gibt es 418 Zweigstellen in vielen anderen Städten mit 24.000 Mitgliedern. Dieser Verein ist die Grundlage für das heutige internationale Kolpingwerk. Heute ist das Kolpingwerk in mehr als 60 Ländern der Erde tätig und mit seinen rund 450.000 Mitgliedern zählt es zu den großen Sozialwerken der katholischen Kirche.

Adolph Kolping betätigt sich auch als Journalist und Schriftsteller, unter anderem beim „Rheinischen Kirchenblatt“, ist Redakteur und Herausgeber des „Katholischen Volkskalenders“ und des „Kalenders für das katholische Volk“. Am 1.4.1854 erscheint dann die 1. Ausgabe der Wochenzeitung „Rheinische Volksblätter“, die er gegründet hat. Ab 1862 ist er Rektor der Minoritenkirche und päpstlicher Geheimkämmerer. Er arbeitet unermüdlich an seinem Lebenswerk und schont sich nicht, obwohl er schon von Jugend an kränkelt und am 4.12.1865, 4 Tage vor seinem 52. Geburtstag stirbt er an einer schweren Krankheit. 1866 werden seine Gebeine in die Minoritenkirche überführt. Am 27.10.1991 wird Kolping vom Papst Paul II in Rom selig gesprochen.

1978 wurde in Ohlhof nun eine Straße nach ihm benannt. Außerdem kann man sein Portrait in der Briefmarkenreihe „Helfer der Menschheit“ finden, wie auch das von Bodelschwingh, nach dem eine andere Nebenstraße des Dunantringes benannt wurde.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.