Goslarer Straßennamenkatalog - Konsul-Adam-Weg


Konsul-Adam-Weg

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Der Konsul-Adam-Weg befindet sich als linker Abzweig der Kurt-Schumacher-Allee in bester Gesellschaft. Hier versammeln sich die Ehrenbürger und Bürgermeister der Stadt Goslar. Nach ihnen sind in diesem Straßenabschnitt mehrere Wege und eine Straße benannt. Außergewöhnlich ist, dass der Konsul-Adam-Weg nicht an einem Wendekreis endet, sondern in der Grundner-Culemann-Straße. Auch hier waren die Bauherren bemüht, den roten Fassaden der Häuser durch weißverkleidete Balkone, Zäune und spitze Giebel eine besondere Note zu geben. Das ist hier sehr gut gelungen. Manche dieser Spitzgiebel ragen über den Eingangsbereich hinaus und werden von Säulen getragen. Da fast alle Gebäude diese hübschen Giebel besitzen, kann man wohl auch hier von einer amtlichen Vorgabe ausgehen.

Der Konsul-Adam-Weg wurde 1986 nach Walther Adam benannt. Walther Adam wurde am 12.04.1881 in Leopoldshall bei Staßfurt geboren und ist am 31.01.1964 in Goslar verstorben. 1905 kam er erstmals nach Goslar. Dort gründete er mit seinen Brüdern das „Bleiwerk“ im späteren Gewerbegebiet Im Schleeke. Die nächsten Jahre war Adam beruflich sehr engagiert. In diese Zeit fällt auch seine Tätigkeit als Honorarkonsul der Tschechoslowakei. 1945 kam Adam endgültig nach Goslar. Die damals schon umfangreiche Sammlung von wertvollen, historischen Dokumenten konnte von seinem Neffen auf abenteuerliche Weise über die „grüne Grenze“ zur damaligen sowjetisch besetzten Zone gerettet werden.

Walther Adam war in der Lage seine sehr ausgeprägten kaufmännischen Talente mit seinen geistigen Interessen zu verbinden. Mit großer Hingabe widmete er sich neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Leiter mehrerer Firmen seiner umfangreichen Sammlung von Schriftstücken aller Art und wertvollen Büchern. Zu seinem 80. Geburtstag am 12.04.1961 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Goslar. In der Ernennungsurkunde wurden seine Tätigkeiten für die Stadt gewürdigt. Besonders erwähnt wurde seine wertvolle Sammlung, die er einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Zu bewundern war die Sammlung im Turm der Realschule Hoher Weg, der heute nicht mehr steht. Auf vier Stockwerke verteilt sollten einzelne Epochen ausgestellt werden. Die Gliederung der Sammlung konnte nur in sehr groben Einteilungen vorgenommen werden, wohl wegen des Umfangs der Sammlung.

Neben Schriften aus dem Islam, Luther-Bibeln, wissenschaftlichen Abhandlungen aus der Naturwissenschaft, den Werken von Goethe und Schiller waren in der Sammlung Urkunden aus verschiedenen Jahrhunderten und gar der Simplicissimus/Narrenbücher zu finden. Nach seinem Tod am 31.01.1964 führte Adams Neffe die Sammlung weiter. In späteren Jahren wurde diese Sammlung leider von einer Erbin versteigert und sie zerstreute sich in alle Winde. Heute sind unter Anderem noch in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teile dieser Sammlung zu bewundern.

Quellen:

  • Dr. Lange, Horst-Günther; Damit Namen nicht nur Schall und Rauch bleiben, GZ v. 03.04.2004
  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten GZ Karl Krause, Goslar 1995
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre,
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.hab.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.