Goslarer Straßennamenkatalog - Lorenz-Biggen-Weg


Lorenz-Biggen-Weg

Lorenz-Biggen-Weg_1
Lorenz-Biggen-Weg_2
Ludwig Richter-Weg_1

Der Lorenz-Biggen-Weg biegt von der Heinrich-Heine-Straße ab und führt in einem Bogen auf diese zurück. Er endet auf dem Wendeplatz, in den die Heinrich-Heine-Straße auch mündet. Für Verwirrung sorgt hier das durchgestrichene Spielstraßenschild, das die Aufhebung der beruhigten Zone anzeigt. Diese Beschilderung ist widersprüchlich, denn wer am Anfang in den Lorenz-Biggen-Weg einbiegt, begegnet einem Schild, das den Beginn einer Spielstraße anzeigt. Wer also den Lorenz-Biggen-Weg von hinten befährt hat keine Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten. Befährt man diesen Weg von seinem Anfang, ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben.

1986 wurde der Weg in diesem Ortsteil nach Lorenz Franz Biggen benannt. Der wurde zuerst 1718 und zuletzt 1740 erwähnt und das belegt nur seine Schaffenszeit in Deutschland. Nähere Einzelheiten über Herkunft und sein Leben sind leider nicht bekannt. Er lebte auch in Grauhof und war Bildhauer; wahrscheinlich Italiener. In den Kirchenregistern wird er von 1720-1726 als „statuarius noster“ bezeichnet. Er wirkte wahrscheinlich unter der Leitung von Franz von Mitta an dem marmornen Marienaltar und dem Kreuzesaltar der Klosterkirche Grauhof mit. In Zusammenarbeit mit Mitta werden ihm noch weitere Altäre und Arbeiten zugeordnet.

Der Kunsthistoriker und hessische Landeskonserverator Friedrich Bleibaum weist Biggen in seinen Büchern die Sandsteinfiguren über dem Kirchenportal und die in Holz geschnitzten Ornamente des Kirchengestühls in Grauhof zu. Propst Goeken, der „Erbauer“ der Klosterkirche verstarb 1726 vor deren Fertigstellung. Sein Nachfolger Propst Heinrich Eickendorff ließ über seinem Grab in der Stiftskirche ein aufwendiges Marmorgrabmal an der Südwand errichten. Dieses trägt die Jahreszahl 1731 und den Namen des Künstlers Franz Lorenz Biggen. Auch Arbeiten am Grabmal einer Familie Fischbeck in der Marktkirche Goslar und die Kanzel in der Kirche von Wöltingerode werden ihm zugeordnet. Als 1721 der Augustiner-Chorherr Franz Vinzenz Bruns zur Amtspfarrei in Wiedelah bestellt wurde, ließ dieser ein Standbild des hl. Johannes von Nepomuk in Wiedelah errichten. Das Chronogramm am Sockel gibt als Entstehungsjahr 1740 und als Urheber Le Biggen an. Damit ist wahrscheinlich ebenfalls Franz Lorenz Biggen gemeint. Man sprach ihm die Fähigkeit ab, guter Gestalter von Einzelheiten, Personen u.ä. zu sein. Betrachtet man die von ihm geschaffenen Einzelfiguren in den Altären empfindet man dieses Urteil mehr als oberflächlich. Er kann durchaus mit anderen Meistern seiner Zeit mithalten, um die so eine Art Glorienschein der Kunstgeschichte gelegt wurde.

Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Harzer Heimatland, Geschichten zur Goslarschen Zeitung, Nr. 10 v. 1968
  • Goslarer Woche, 3. Jahrgang – 1952; amtl. Programmheft der Stadt Goslar mit Beiträgen über Kultur, Verkehr und Wirtschaft
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.bildindes.de AKL, Bd. 10, 1995, S. 609

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.