Goslarer Straßennamenkatalog - Ludwig-Richter-Weg


Ludwig-Richter-Weg

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Der Ludwig-Richter-Weg startet an der Kurt-Schumacher-Allee und führt in einem Bogen auf die Heinrich-Heine-Straße. Auch hier beginnen die Hausnummern aufsteigend linker Hand, wechseln am Ende die Straßenseite und kommen mit den höheren Nummern rechtsseitig wieder zurück. Das scheint hier in Ohlhof Usus zu sein. Wie viele der anderen Straßen wurde dieser Weg auch 1986 benannt und zwar nach einem 1837 in Goslar lebenden und arbeitenden Künstler.

Adrian Ludwig Richter, am 28.9.1803 als Sohn des Kupferstechers Carl August Richter in Dresden geboren, war in der 2. Hälfte des 19. Jh. einer der bekanntesten deutschen Maler und Zeichner. Seine Werke können sowohl der Romantik als auch dem Biedermeier zugeordnet werden. Zunächst machte er eine handwerkliche Lehre bei seinem Vater und studierte dann den Beruf des Zeichners und Kupferstechers an der Kunstakademie in Dresden. Von 1823 bis 1826 ging er zu Studienzwecken nach Italien. Danach arbeitete er 7 Jahre lang als Zeichenlehrer in der Zeichenschule der Meißner Porzellanmanufaktur bevor er an die Dresdner Kunstakademie berufen wurde.

1837 lebte er in Goslar und zeichnete die Vorlagen für die Stahlstiche des Sammelwerkes „Das malerische und romantische Deutschland“ für den Band „Der Harz“. Blick von der Klus über die Stadt kann im Original im Archiv bewundert werden. 1841 wurde er zum Professor ernannt. 1854 folgte die Ehrenmitgliedschaft an der Königlich-bayrischen Akademie der bildenden Künste in München. 1855 verlieh ihm die Universität Leipzig den Ehrendoktorhut.

Richter hat über 150 Bücher mit etwa 3000 Holzschnitten illustriert. Seine Zeichnungen zu Märchensammlungen, Erzählungen und volkstümlichen Gedichten fanden große Verbreitung, darunter die Märchen von den Brüdern Grimm, Andersen und Musäus. 1876 ging er wegen einem schweren Augenleiden in den Ruhestand und 2 Jahre später wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dresden ernannt. Als er am 19.06.1884 nach schwerer Krankheit verstarb, wurde er mit einem prunkvollen Staatsbegräbnis auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden bestattet.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.