Goslarer Straßennamenkatalog - Nansenweg


Nansenweg

Nansenweg_1
Nansenweg_2
Nansenweg_3

Der Nansenweg beginnt gleich links an der Ohlhofbreite als Spielstraße und endet mit dem obligaten baumbepflanzten Wendeplatz. Besonders auffällig ist die liebevoll gestaltete und gepflegte Grünanlage, die das Bäumchen umgibt. Buchsbäume, Ziersträucher und ein prachtvoller, kantiger Findling zieren die sonst öde Wendeplatte, die so zu einem wahren Schmuckstück wird. Das kann nur das lobenswerte Werk der Anwohner sein. Als lustiger Hingucker präsentiert sich dann noch eine Straßenlaterne, die aus einer etwa 2,5 m hohen Hecke „herauszuwachsen“ scheint. Obwohl die Hecke ordentlich beschnitten ist, kann man den unteren Teil der Laterne nicht sehen. Von hier führt ein Fuß- und Radweg zum Böcklerweg und zur Immenröder Straße. Ansonsten findet man im Nansenweg wieder die roten, verklinkerten Ein- und Zweifamilienhäuser.

Im Jahr 1978 wurde der Nansenweg benannt nach Fridtjof Nansen (1861- 1930), dem norwegischen Polarforscher, Zoologen, Geographen, Meteorologen, Ozeanographen, Konstrukteur, Organisator, Schriftsteller, Universitätsprofessor, Gesandten, Völkerbunddelegierten und Friedensnobelpreisträger. Fridtjof Nansen wurde am 10. Oktober 1861 in Hof Store Frøen bei Christiaina dem heutigen Oslo geboren und verstarb am 13. Mai 1930 in Lysaker dem heutigen Baerum bei Oslo. Im Jahr 1888 überquerte er als erster auf Skiern die 3000 m dicke Inlandeisdecke Grönlands von Osten nach Westen und transportierte seine Forschungsausrüstung mit dafür eigens konstruierten Kufenschlitten (Nansenschlitten). Dabei lernte er die Kultur und die Sprache der Eskimos u.a. Inuktitut kennen und verarbeite-te seine Erfahrungen später in dem Buch „Eskimoleben“. Außerdem publizierte er das Werk „Auf Schneeschuhen durch Grönland„ und andere.

Im Jahr 1893 unternahm er mit der Fram, einem packeistauglich konstruierten Schiff, Verpflegung für die nächsten fünf Jahre an Bord, eine für ursprünglich zwei Jahre geplante Nordpolarexpedition. Aber diese wurde erst im Jahr 1896 mit der Rückkehr nach Norwegen beendet. Die Fram-Expedition führte von den Neusibirischen Inseln in das Nordpolarmeer, wo eine Eisdrift der Fram polwärts durch das Packeis begann. Dabei wurden astronomische, meterologische und ozeanographische Daten erhoben, u. a. hat er Wassertiefen von 3000 Metern gemessen. Im Jahr 1895 versuchte er mit F.H. Johansen mit Schlitten den Nordpol zu erreichen und nach nur drei Wochen Wanderung standen sie auf 86 Grad, 14 Minuten nördlicher Breite, wo vorher noch kein Mensch gewesen war.


Quellen:

 

 

Straßenprofil als PDF Dieses Straßenprofil als PDF herunterladen.

Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.