Goslarer Straßennamenkatalog - Noldeweg


Noldeweg

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Der Noldeweg beginnt als Fortsetzung der Dürerstraße und endet nach einem Linksknick an einem Wendeplatz. Der Noldeweg befindet sich im nordöstlichen Teil Ohlhofs. Im Noldeweg sind Einzelhäuser unterschiedlichen Stils zu finden. Der Weg gilt als Spielstraße und besitzt keine Gehwege.

Benannt wurde 1978 dieser Wohnweg nach dem deutschen Maler und Graphiker Emil Nolde (1867-1956), der als Hans Emil Hansen in Nolde bei Burkal in Nordschleswig geboren wurde und 1956 in Seebüll verstarb. Emil Nolde machte eine Lehre als Schnitzer und Möbelzeichner, bildete sich in Abendkursen an der Kunstgewerbeschule weiter und bekam eine Anstellung als Lehrer für ornamentales Zeichnen. Er zeichnete und modellierte am Industrie- und Gewerbemuseum in St. Gallen, wo auch seine ersten Aquarelle entstanden.

Durch seine ausdrucksstarke Farbwahl von vornehmlich Gelb-, Orangeund Rottönen wurde er ein führender Künstler des Expressionismus. Der Verkaufserlös aus einer entworfenen Postkartenserie, in der er Bergen menschliche Züge verlieh, ermöglichte es ihm als freischaffender Künstler viel unterwegs zu sein. Seinen Künstlernamen legte er sich 1902 nach seinem Geburtsort Nolde zu und heiratete die Dänin Ada Vilstrup. Er engagierte sich 1906/07 in der Künstlergruppe Die Brücke, wechselte 1909 seine Mitgliedschaft in die Berliner Sektion, malte mehrere Bilder mit religiösen Motiven und stellte sie in Berlin erfolgreich aus. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in Berlin und in Schleswig, nahm aber 1913/14 an einer Expedition in die Südsee teil. 1927 erhielt er die Doktorwürde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zog nach Seebüll, wo er sein Wohn- und Atelierhaus mit Garten entwarf, was in der Zeit von 1927- 1937 entstand. 1937 erklärte ihn das Nazi-Regime zum entarteten Künstler und verbot ihm in der Zeit von 1941-1945 das Malen. So entstand eine Aquarellsammlung im Kleinformat als ungemalte Bilder, die er ursprünglich auf Leinwand umsetzen wollte.

Nach 1945 entstanden wieder Bilder, wofür er 1949 die Stefan-Lochner- Medaille der Stadt Köln, 1950 den Biennale-Preis für das grafische Werk, 1952 die Pour le Merite für Wissenschaften und Künste sowie 1952 den Kulturpreis der Stadt Köln erhielt. Nach seinem Tod hinterließ er eine große Sammlung von Ölgemälden, Aquarellen und Lithographien, die noch heute, bei der im Jahr 1957 in seinem Haus in Seebüll gegründeten Nolde- Stiftung und in zahlreichen Museen und Galerien zu besichtigen sind.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.