Goslarer Straßennamenkatalog - Paul-Klee-Weg


Paul-Klee-Weg

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Der Paul-Klee-Weg liegt im Nordosten von Ohlhof und biegt zudem in nordöstlicher Richtung von der Riemenschneider Straße ab. Wie üblich handelt es sich um eine als Spielstraße ausgeschilderte Sackgasse mit Wendemöglichkeit. Auch hier gelangt man über einen Fußweg zu dem den Stadtteil umschließenden Rundweg, der weiter bis zum Gut Ohlhof führt. Das Straßenbild wird wieder von hellen Fassadenfarben und dunklen Akzenten geprägt. Besonders auffällig ist ein prächtiges Haus mit einem halbrunden Erker, dessen große Sprossenfenster bis zur Erde reichen. Darauf befindet sich ein mit Schindeln verkleideter Balkon. Der Eingang wird von einem Spitzgiebel überdacht. Die Rundumverglasung, der von gedrechselten Säulen getragene Giebel, die schmiedeeisernen Balkongitter und die rustikale, wie Schnitzereien wirkenden Verzierungen erinnern an ein prachtvolles Schwarzwaldhaus. Hier hat der Architekt bewiesen, dass man auch mit Bauauflagen ein individuell gestaltetes Haus errichten kann.

Benannt wurde der Paul-Klee-Weg im Jahr 1979 nach dem deutschen Maler und Graphiker des Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und Surrealismus Ernst Paul Klee (1879-1940). Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 in Münchenbruchsee in der Schweiz geboren und verstarb am 29. Juni 1940 in Muralto in der Schweiz. Seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte er in Bern. Er spielte Geige und interessierte sich für das Zeichnen und Dichten. 1898 begann er ein Malstudium in München und wurde im Jahr 1900 zur Akademie zugelassen. 1901/02 reiste er nach Italien, wo ihn das berühmte Aquarium faszinierte. 1906 heiratete er die Pianistin Lily Stumpf und zog nach München, wo 1907 sein Sohn Felix geboren wurde. Paul Klees erste Ausstellung fand 1910 im Berner Kunstmuseum statt. Nachdem er 1911 die Bekanntschaft mit der Künstlervereinigung des Blauen Reiters gemacht hatte, konnte er 1912 auf ihrer zweiten Ausstellung seine graphischen Arbeiten ausstellen. Im Jahr 1914 verhalf ihm eine Tunesienreise zum Durchbruch als Maler. Von 1916-1918 befand er sich im Militärdienst. Daraufhin fand 1920 seine erste Einzelausstellung in München statt (u.a. Gemälde, Aquarelle, Plastiken, Zeichnungen und Graphiken). Als Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau war er von 1920-1931 tätig.

Neben seinem künstlerischen Werk verfasste er kunsttheoretische Schriften wie beispielsweise die Schöpferische Konfession im Jahr 1920. 1925 entstanden die Bauhausbücher mit einem pädagogischen Skizzenbuch. Eine Reise nach Ägypten im Jahr 1928 inspirierte ihn zu neuen Kunstwerken, so dass die farbenprächtige orientalische Welt zur Grundlage seiner Gestaltungsideen wurde. Bevorzugt malte er großflächige abstrakte Aquarelle, geometrisch mosaikartige Bilder und Ölgemälde. Er kombinierte auch oft unterschiedliche Maltechniken miteinander, in die er auch Wörter, Musiknoten und hieroglyphenartige Symbole einbrachte. Paul Klee wurde zu einem der bedeutensten bildenden Künstler der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts Bekannte Werke sind u.a. „Herzdame“ von 1922, „Katze und Vogel“ und „Burg und Sonne“ von 1928. Von 1931-33 war er an der Kunstakademie in Düsseldorf als Professor tätig. 1933 wurde er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten entlassen und übersiedelte nach Bern. 1937 wurde seine Kunst als „entartet“ abgewertet, 102 Werke aus deutschen Museen beschlagnahmt – 17 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.