Goslarer Straßennamenkatalog - Ratsknick


Ratsknick

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Der Ratsknick beginnt am Theodor-Heuss-Ring und „knickt“ seinem Namen alle Ehre machend, nach rund 200 Metern leicht rechts ab. Hier beginnt in dieser Straße erst die dazugehörige Bebauung an der linken Seite mit der Nummer 1. Am Anfang des Ratsknicks befindet sich ein Garten, der jedoch zu einem Grundstück des Theodor-Heuss- Rings gehört. Um den „Knick“ herum gelangt man…wie soll es in Ohlhof auch anders sein…zu einem Wendeplatz. In der Mitte des Wendeplatzes steht ein Baum, vermutlich eine Ahornart. Auch dieser Baum trägt eine Nummer…eine Hausnummer? :-)

1978 wurde der Ratsknick nach der alten Flurbezeichnung „Ratsknick“ am „alten Knickanger“ und „Am Goslarer Weg“, südlich vom Gut Ohlhof benannt. Die alte Flurbezeichnung „Ratsknick“ könnte zurückzuführen sein auf ein von einer Wallhecke (Knick) umgebenes Gelände, das der Stadtregierung (dem Rat der Stadt) gehörte.

Im Mittelalter waren Ländereien zum Schutz von Weidevieh vor Wild mit einer Wallhecke (Knick) umgeben, die auch als Grenzmarkierung und Einfriedung z.B. von Feldern und Weiden außerhalb der Stadt diente. Eine Wallhecke (Knick) war ein von Gehölzen bewachsener Geländestreifen. Der Begriff „Knick“ ist zurückzuführen auf die Pflege der Wallhecke, dem Knicken bzw. Beugen von Zweigen, dünnen Ästen oder sehr jungen Bäumen.

Der Rat der Stadt Goslar wurde in dem Stadtrecht von Friedrich II. im Jahr 1219 zum ersten Mal als Organ der Bürgerschaft genannt. Urkundlich erschien der Goslarer „Rat“ erstmals 1232. Er bildete die oberste Behörde der Bürgerschaft und der städtischen Selbstverwaltung mit dem Sitz im Rathaus. Der Rat der Stadt beschloss über Stadt- und Marktrecht, über Gebühren und Zölle, die Besetzung städtischer Ämter und übte die oberste Gerichtsbarkeit aus. Bis um die Mitte des 13. Jahrhunderts wirkten nur Angehörige aus einer kaufmännischen Oberschicht, Angehörige von Rittergeschlechtern, Silvaner und Münzer als Ratsherren. Danach kamen auch Mitglieder von Gilden hinzu.

Heutzutage setzt sich der Rat der Stadt Goslar aus den Fraktionen der CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP, Bürgerliste Goslar und Die Linke zusammen. Der aktuelle Rat wurde für die Wahlperiode vom 01.11.2011 bis zum 31.10.2016 von Bürgern der Stadt Goslar am 11.09.2011 gewählt.

Quellen:

  • Gottschalk, Werner; Chronik der Stadt Goslar Band 1 919 -1802, Goslar 1999
  • Schallock, Heinz; von Ol…bis Ohlhof
  • Stadtarchiv Goslar; GZ vom 26.04.2004; Signatur 1 – 802
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.goslar.de
  • www.poprawka.de
  • www.wallhecke.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.