Goslarer Straßennamenkatalog - Riemenschneiderstraße


Riemenschneiderstraße

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Die Riemenschneiderstraße beginnt als Abzweigung der Dürerstraße und „beherbergt“ zwei Nebenwege, den Paul-Klee- und den Kollwitzweg. Sie liegt im Nordosten des Stadtteils und verfügt – wie kann es anders sein – über einen Wendeplatz mit Parkflächen. Im Verlauf der Straße, die über Gehwege auf beiden Seiten verfügt, hat man auf der linken Seite Parkflächen zwischen einzeln stehenden Bäumen angelegt. Die Straße führt in einem Rechtsbogen zu seinem fast versteckt liegenden Ende. Die schöne Bepflanzung mit großen Büschen und altem Baumbestand an einem Haus vor dem Wendekreis, lässt die Begrünung zwischen den Parkplätzen am Ende etwas spärlich erscheinen.

Benannt wurde die Straße nach dem deutschen Bildhauer und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider im Jahr 1979. Tilman Riemenschneider wurde um 1460 in Heiligenstadt im Eichsfeld in Thüringen geboren und verstarb am 07. Juli 1531 in Würzburg in Bayern. Seine Jugendjahre verbrachte er in Osterode und erlernte um 1474 das Steinbildhauer- und Holzschnitzerhandwerk. 1483 nahm ihn die Gilde der Maler und Bildhauer in Würzburg auf. 1485 kam er zu Meisterehren und wurde einer der bedeutendsten Künstler seines Handwerks. Tilman  Riemenschneider verband in seiner Kunst Elemente der deutschen Spätgotik mit Stilformen der beginnenden Renaissance und unterhielt eine große Werkstatt, von der er ganz Süddeutschland mit Skulpturen versorgte, die sich durch ausdrucksstarke Gesichter und detaillierte Gewandungen auszeichneten. Zu seinen Hauptwerken zählen auch unbemalte Schnitzaltäre wie der Heiligblutaltar 1501-1505, in Rothenburg ob der Tauber; der Marien-Himmelfahrt-Altar 1505-1510, in Creglingen und der Kreuzigungsaltar 1508-1510 in Dettwang.

Im Jahr 1504 wurde Riemenschneider Ratsmitglied der Stadt Würzburg und in der Zeit von 1520-1524 dessen Bürgermeister. 1525 stellte er sich im Bauernkrieg auf die Seite der aufständischen Bauern und lehnte es ab gegen diese ein Bürgerheer anzuführen. Er verlor deshalb seine Ämter, wurde gefangen genommen, gefoltert und eingesperrt. Nach seiner Kerkerhaft soll er nicht mehr künstlerisch tätig gewesen sein.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.