Goslarer Straßennamenkatalog - Roederstraße


Roederstraße

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Die Roederstraße beherbergt ganze zwei Häuser und zweigt von der Kurt-Schumacher-Allee ab. Nach einem kleinen Kreisverkehr geht sie in den Daniel-Köppel-Weg über. Von hier aus kann man auch den Franz- Mitta-Weg und Johann-Thurzo-Weg erreichen. Die genannten Wege bilden mit der Roederstraße eine eigene kleine Enklave. Wie viele Straßen in Ohlhof wurde sie 1986 nach einer für Goslar wichtigen Persönlichkeit benannt. Auch der Roederstollen im Rammelsberg und eine Gedenktafel am Waldlehrpfad/Frankenberger Teich erinnern an diesen Mann, der viel bewegt hat.

Im Februar 1999 hielt Dr. Norbert Kron als Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins einen fundierten Vortrag „Hochverdient – aber vergessen“ mit neu ermittelten Daten über das Leben des Oberbergmeisters Roeder. Johann Christoph Roeder wurde am 29. oder 30. März 1729 in Zellerfeld geboren und am 01. April 1729 dort getauft. Sein Vater war Johann Rudolf Roeder. Der Name Roeder, Röder oder Röter war damals im Oberharz so geläufig wie heutzutage der Name Müller. Bereits 1759 wurde er Bergvogt in Bad Grund und bald auch Geschworener. 1764 kam er als Obergeschworener zum Rammelsberg. Er war beileibe kein bequemer Mitarbeiter, aber mit seinen Kenntnissen und neuen Vorstellungen konnte er sich im Bergamt Goslar stets durchsetzen. Er brachte es bis zum höchsten technischen Beamten des Rammelsbergwerkes. Er war ein bescheidener Mensch, wenn es um seine eigene Leistungen ging und hatte immer ein offenes Ohr für seine Untergebenen. Die von ihm angeregten Verbesserungen im Bergbau waren so vielfältig und von so großem Nutzen, dass es den Rahmen sprengen würde, diese hier alle aufzuzählen. Besonders erwähnenswert ist das neue Wasserkraftsystem im Rammelsberg für Förder- und Pumpenkünste. Die Stadt Goslar machte ihm 1771 das Bürgerrecht zum Geschenk.

Als Oberbergmeister bekleidete er das höchste Amt, das ein Bürgerlicher im Bergbau erreichen konnte. 1780-1810 war seine erfolgreichste Zeit, obwohl er privat ein schweres Leben hatte und viele Schicksalsschläge erleiden musste. Er heiratete viermal, denn 3 seiner Frauen starben sehr jung und von seinen 12 Kindern überlebten auch nur 2. Als er am 01.10.1810 mit 81 Jahren in den Ruhestand ging, erlag sein 30jähriger Sohn, der sein Nachfolger werden sollte, einer heimtückischen Krankheit. Roeder selbst starb am 21.06.1813 in Goslar.

Quellen:

  • Dr. Kron, Norbert; Ergänzung zur Ohlhof-Chronik, Von Ol.. bis Ohlhof
  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.