Goslarer Straßennamenkatalog - Rudolf-Bosse-Weg


Rudolf-Bosse-Weg

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Der Rudolf-Bosse-Weg ist die erste Nebenstraße der Kurt-Schumacher-Allee und beginnt mit einer großzügig angelegten Wendeschleife für den Linienverkehr. Der verhältnismäßig kurze Weg beginnt gleich mit 4 Parkplätzen gegenüber eines Fuß- und Radweges. Das erste Haus fällt durch eine große ca. 60 cm große Hausnummer an der roten Klinkerfassade auf. So kann man Postzusteller glücklich machen. Ein Stück weiter überrascht eine Ampelanlage vor einer großen Garage. Ein Schild weist diesen Bereich als Parkverbotszone aus und ein weiteres bittet LKW‘s links abzubiegen. Mit solch witzigen Einfällen kann man die vorgeschriebene rote Klinkerbebauung etwas auflockern. Der Rudolf- Bosse-Weg endet, wie fast alle Wege in Ohlhof, in einer Wendeplatte. Die Zufahrt zum Heinrich-Wulfert-Weg wird durch einen rotweißen Poller verwehrt. 1986 entschloss sich die Stadt Goslar in Ohlhof eine Straße zu Ehren von Rudolf Bosse zu benennen.

Rudolf Bosse wird am 31.1.1890 in Goslar geboren und stirbt am 27.5.1966 auch hier nach einem bewegten Leben. Er stammt aus einer Bergmannsfamilie und ergreift demzufolge zuerst auch den Bergmannsberuf. In diesem steigt er bis zum Fördermaschinisten auf. Von 1914 -1918 muss auch er als Soldat im Ersten Weltkrieg seinen Dienst leisten. Nach Kriegsende wird er Funktionär der SPD und 1922 Bürgermeister von Goslar. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wird er 1933 aller seiner Ämter enthoben und unter Polizeiaufsicht gestellt. Am 23.8.1944 wird Bosse als Mitglied der SPD zusammen mit Wilhelm Söffge verhaftet und zur Gestapo nach Braunschweig überstellt. Er muss in das KZ Buchenwald bei Sachsenhausen, das er glücklicherweise überlebt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird er Vorsitzender der SPD in Goslar und Kreisvorstandsmitglied. Bereits 1945 ist er Ratsherr und danach Oberbürgermeister von Goslar. Rudolf Bosse stellt seine ganze Kraft in den Dienst der Stadt. Von Februar bis November 1946 ist er Mitglied des ernannten Braunschweigischen Landtages, der von der englischen Militärregierung eingesetzt war. Vom 20.4.1947 – 30.4.1951 ist er Mitglied des niedersächsischen Landtages. Im Jahr 1948 wird er der erste Arbeitsdirektor der Salzgitter Erzbergbau AG und ab 1950 auch noch Arbeitsdirektor der Salzgitter AG. 1955 tritt Bosse in den Ruhestand. Mit den Bergleuten des Rammelsbergwerkes fühlt er sich ein Leben lang verbunden. Am 16.12.1965 ehrt ihn die Stadt Goslar mit der Ehrenplakette in Silber.

Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre


 

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.