Goslarer Straßennamenkatalog - Rudolf-Nickel-Weg


Rudolf-Nickel-Weg

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Der Rudolf-Nickel-Weg beginnt am Konrad-Adenauer-Ring, verläuft Lförmig und endet als Wendeplatz. Hier befinden sich farblich abgesetzte Parkmöglichkeiten. Eines der Häuser ist nur über einen Fußweg zu erreichen. Die einheitliche Bebauung besteht wieder aus Einfamilienhäusern mit schönen Vorgärten. Bemerkenswert ist hier ein Garagentor eines Anwohners, das individuell umgestaltet wurde. Mit viel Mühe und Liebe zum Detail wurde das Garagentor mit dem Bild einer Windmühle, Blumen und Bäumen verschönert.

Benannt wurde der Rudolf-Nickel-Weg nach dem Bildhauer, Holzschnitzer, Maler, Grafiker und Zeichner Rudolf Nickel (1890-1975) im Jahr 1984. Er wurde am 7. April 1890 in Goslar geboren. Im Jahr 1905 ging er bei dem Bildhauer Seegebarth in Goslar in die Lehre und legte nach der Fachausbildung an den Kunstgewerbeschulen Hannover und Bremen sowie der Holzschnitzerfachschule in Bad Warmbrunn im Riesengebirge im Jahr 1920 seine Meisterprüfung als Bildhauer in Hildesheim ab. Nachdem er in seine Heimatstadt Goslar zurückgekehrt war, schuf er u.a. die Gedenktafel im Gefallenenraum der Kirche in Zellerfeld und den Wegweiser auf dem Marktplatz in Bad Grund. In den Jahren 1936/37 schnitzte Nickel das Professorengestühl in der Aula der Bergakademie Clausthal (jetzt Technische Universität) mit einer Vielzahl bergmännischer Szenen, welches im Jahr 1958 um weitere fünfzehn Stühle erweitert wurde.

Nach Vorbildern aus der Vergangenheit gestaltete er einen neun Meter langen Hausbalken an der Giebelseite eines Fachwerkhauses An der Abzucht in Goslar und integrierte einen Spruch im Goslarer Platt, der lautet: Wenn disset Hus sau lange steiht, et up’r Welt de Neid vergeiht, so steiht et nich blot Jahre lang, sau steih’t noch an’n Weltunnergang.

Außerdem schuf er die Innenausstattungen für die Oberharzer Bergschänke in Hahnenklee und für das Haus Waldesruh in Altenau. Von über 100 von ihm gezeichneten Harzer Volkstrachten sind einige in der Zeitschrift Unser Harz, im Bergkalender des Jahres 1965 und einem Buch des Museumsvereins Goslar im Jahr 1968 erschienen. Des weiteren gestaltete er Plastiken wie den Langholzwagen, die Portrait-Plastiken von Bergleuten und Fuhrleuten, den Bergmönch und die Heilige Barbara. Außerdem entstand eine ganze bergmännische Aufwartung Harzer Bergleute als Zinnfiguren und das von ihm stammende Schieferrelief am Breiten Tor. Beim Material stellte er sich in der letzten Schaffensperiode von Holz auf Erz und Schiefer um und schöpfte seine Ideen aus dem Leben der Harzer und der Harzer Sagenwelt. Während seiner Schaffenszeit wurde Nickel für seine Werke mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens, der Ehrenplakette der Stadt Goslar und der Ehrennadel des Goslarer Knappenvereins ausgezeichnet. Er verstarb nach schwerer Krankheit am 27. April 1975.

Quellen:

  • Schallock, Heinz; von Ol…bis Ohlhof
  • Stadt Goslar, Bauamt, Geodaten, Straßenbenennung, Ohlhof, Ordner V, Akte 5
  • Stadtarchiv; GZ vom 26.04.2004; Signatur 1-802; GZ v. 31.10.1984
  • www.harztrachten.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.