Goslarer Straßennamenkatalog - Schaperwiese


Schaperwiese

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Die Schaperwiese liegt im Nordosten der Stadt Goslar im Stadtteil Ohlhof. Sie beginnt am Theodor-Heuss-Ring und endet nach einem Linksbogen an einer Wendemöglichkeit. Wie alle hier, von der jeweiligen Hauptstraße abgehenden Wege, ist auch die Schaperwiese eine Spielstraße. An ihrem Anfang fallen besonders 2 lichtgelbe Garagen mit einer schönen, mediterran gepflasterten Einfahrt auf. In der Straße kann man als Blickfang ein Haus beschreiben, welches sich im Wendekreis befindet und nicht nur durch seinen andersartigen Baustil auffällt, sondern auch durch seine Hausnummer, die in der Höhe fast 2 Meter (!) misst. Die Straße wurde 1978 benannt. Der Begriff Schaperwiese beschrieb früher ein unbewirtschaftetes Stück Land, was vom Bauern eine Saison oder mehrere nicht zum Anbau genutzt wurde, heute eher als Brachland bekannt.

Das Wort Schaper leitet sich ab von dem Wort Schäfer. Das traditionelle Berufsbild der Schäfer hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Schäfer ziehen immer noch mit Herde und Hütehund von Weideplatz zu Weideplatz. Viele Schäfer sind heute im Auftrag des Naturschutzes unterwegs und beweiden diese Flächen. Die Landschaftspflege wird aus öffentlichen Geldern bezahlt. In Mooren, auf Heideflächen und auch auf Truppenübungsplätzen kommen Schafsherden zum Einsatz. Daneben bleibt die Schafszucht die Kernarbeit. Im Frühjahr müssen Schäfer neben den täglichen Aufgaben, die zur Zucht gehören, auch noch nachts ran und bei der Geburt der Lämmer helfen. Das ist schon anstrengend. Überhaupt kommen Schäfer nur selten auf eine geregelte 40-Stunden-Woche, meist liegt die Arbeitszeit deutlich darüber.

Der Beruf des Schäfers/Schäferin ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, eine Weiterbildung zum Schäfermeister oder Schäfer ist möglich. Zum Lehrstoff gehören unter anderem die Anatomie und Physiologie der Tiere, ihre Aufzucht, Haltung und deren Pflege. Auch Kenntnisse über Hütehunde, ihre Ausbildung und Hütetechniken werden dabei vermittelt. Dazu kommen Biologie, Betriebswirtschaft und Naturschutz. Je nach Region variiert die Nachfrage nach diesem Beruf. Etwa 90 Prozent der Schäfermeister arbeiten selbstständig, viele beschäftigen Angestellte. So romantisch die Vorstellungen des Berufes auch sind, die Bezahlung ist eher spärlich. Dafür erfordert der Beruf unregelmässige Arbeitszeiten, Wochenend- und Nachtarbeit, alles das bei Wind und Wetter. Der wohl berühmteste Schäfer ist sicher „Schäfer Heinrich“ der durch Bauer sucht Frau bekannt wurde und den Titel: “Das Schäferlied“ sang…so, so, so und so, bei uns Schäfern ist das so….Und das weltweit berühmteste Schaf war Dolly – das erste geklonte Säugetier.

Quellen:

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.