Goslarer Straßennamenkatalog - Scheibeweg


Scheibeweg

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Der Scheibeweg biegt gegenüber des Ripeweges von der Dürerstraße ab und verläuft in nordwestlicher Richtung in einem leichten Bogen bis zum Ende. Über einen Fuß- und Radweg kann man den Däublerweg erreichen und gelangt über diesen zum Theodor-Heuß-Ring. Dazwischen überquert man noch einen innerorts liegenden Rundweg, der von Gut Ohlhof zum Marktplatz verläuft. Im Frühling sind die Grünflächen hier mit Krokussen übersät. Auch im Scheibeweg hat sich – zwar etwas zaghaft – ein bißchen Farbe eingeschlichen. An einem Haus wurden in dezentem Taubenblau Farbtupfer gesetzt. Angefangen bei den Fensterläden über die Dachrinne mit den Fallrohren bis zur Kellertreppe wurde alles in diesem Farbton gestaltet. Selbst das Gartenhäuschen, ein Spalier und die Schubkarre wurden liebevoll damit ausgestattet. Der mit Findlingssteinen eingerahmte Vorgarten mit kugelförmigen Buchsbäumen und bunten Frühjahrsblühern zeigt, dass hier keine Arbeit und Mühe gescheut wurde. Den Sonntagsspaziergänger erfreut es.

1979 hat man in Ohlhof einen Weg nach Professor Richard Scheibe benannt. Scheibe wurde am 19.4.1879 in Chemnitz geboren und starb am 06.10.1964 in Berlin. Er studierte Malerei in Dresden und München. Erst 25 Jahre später entschloss er sich für die Bildhauerei. Nachdem er bis 1925 in Berlin gearbeitet hatte, rief man ihn als Professor an die Kunsthochschule in Frankfurt am Main. 1935 kehrte er an die Berliner Akademie zurück. Bildhauer Richard Scheibe war 1958 der erste Kulturpreisträger der Stadt Goslar. Er schuf die Medaille zur Erinnerung an Kaiser Heinrich III † 1056 und den Berliner Meilenstein im „Schönen Garten“ an der Okerstraße, der das Relief von Ernst Reuter trägt. Diese sichtbaren Erinnerungen verbinden den Senior der deutschen Bildhauer mit der Stadt Goslar und führten dazu, dass man 1979 eine Straße nach ihm benannte. Besonders erwähnenswert sind die naturnahen Mädchen- und Jünglingsfiguren. Ihr Ausdruck von verhaltener Innerlichkeit überwältigt und so ist es nicht verwunderlich, dass man den Künstler mit zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen überschüttete. Berlin jedoch ist er bis zu seinem Tode treu geblieben.

Quellen:

  • Griep, Hans-Günther; Goslar – Museen, Sammlungen und Gedenkstätten
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar


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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.