Goslarer Straßennamenkatalog - Stuckenkamp


Stuckenkamp

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Die Straße Stuckenkamp liegt im noch recht jungen Stadtteil Ohlhof. Sie beginnt am Theodor-Heuss-Ring und ist eine im Rechtsbogen verlaufende Sackgasse mit Wendemöglichkeit. Auf dieser Wendemöglichkeit stehen zwei Bäume, die von einer Rasenfläche umgeben sind. Als Highlight dieser Straße kann man die dezent roten Farbtupfer bezeichnen, die sich immer ein wenig anders darstellen. Mal als Stelen (rechteckige Säulen), mal als Außenmarkise und weiter hinten auch als parkendes Motorrad. :-)

1978 wurde der Stuckenkamp benannt nach der alten Flurbezeichnung Stuckenkamp nordöstlich von Goslar an der alten Braunschweiger Heerstraße (heute Immenröder Straße), bei der Ohlhöfer Feldmark. Diese Flurbezeichnung wurde bereits in den Karten von 1811 und 1859 erwähnt und deutet auf ein forstwirtschaftlich genutztes Landstück mit ehemaliger Bewaldung hin. Stuken bezeichnen große, rohe Holzklötze mit ausgerodeter Baumwurzel, die von gefällten Bäumen übrig geblieben sind. Kamp kennzeichnet das abgeholzte Land. Eine Karte von 1801 belegt, dass hier noch vor über 150 Jahren Eichen- und Buchenwälder gestanden haben.

Der heutige Gutswald von Ohlhof ist der kleine Rest dieses Bestandes, in dem über 500 Jahre alte Bäume keine Seltenheit sind. Eine artenreiche Vogel- und Pflanzenwelt soll hier auch weiterhin interessierte Waldbesucher erfreuen. So wurde das im Eigentum der „Versorgungsanstalt Neuwerk“ stehende Waldstück im Jahr 1966 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. 1996 wurde die Hainbuche zum Baum des Jahres bestimmt. Der das Gut Ohlhof umgebende Gutswald, auch Neuwerksches Holz genannt, soll auch weiterhin als Erholungsgebiet dienen und der Holzwirtschaft von Nutzen sein. Er bietet eine Wind- und Sturm abweisende Wirkung für die vorhandenen Gebäude. Die Flur Stuckenkamp wird nach der Abholzung der Wälder nur noch landwirtschaftlich als Ackerland genutzt.

Quellen:

  • Grundner-Culeman, Alexander; Die Flurnamen des Stadtkreises Goslar Teil III
  • Schallock,Heinz; von Ol…bis Ohlhof;1108 bis 1996, …
  • Stadtarchiv, GZ vom 26.04.2004, Signatur 1-802
  • Stadt Goslar, Bauamt, Straßenverzeichnis
  • www.holbein-gymnasium.de

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.