Goslarer Straßennamenkatalog - Von-Eckenbrecher-Weg


Von-Eckenbrecher-Weg

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Der Von-Eckenbrecher-Weg liegt im Nordosten von Ohlhof. Er zweigt von der Dürerstraße ab und führt in L-förmigen Verlauf zu dieser zurück. Dort trifft er auf einen großzügig ausgelegten Wendeplatz am Ende der Straße. Der verhältnismäßig lange Weg wirkt trotzdem gemütlich und erweckt den Eindruck einer ruhigen, zurückgezogenen Wohngegend. Auf der einen Seite liegen die Häuser versteckt hinter hohen Hecken und auf der anderen Seite offen hinter kleinen Vorgärten. Ein kleines feuerrotes Gewächshaus in einem Garten zieht den Blick auf sich und setzt einen bunten Farbtupfer. Ansonsten überwiegt unauffällige Gediegenheit, weiße Fassaden mit dunklem Behang.

1979 wurde im Stadtteil Ohlhof ein Weg nach dem Maler Themistokles Karl Paul von Eckenbrecher benannt. Dieser wurde am 17.11.1842 als Sohn einer vorübergehend in Berlin ansässigen Offiziersfamilie geboren. Bis 1843 lebte diese Familie in Athen, wo Thermistokles geboren und darum so benannt wurde. 1843 kam die Familie nach Berlin, zog 1850 wieder nach Konstantinopel und kehrte 1857 nach Deutschland zurück. Sein Vater, Gustav Carl war Doktor der Philosophie und der Medizin und entstammte einer preußischen Offiziersfamilie. Er war vielseitig interessiert und einige Zeit im Orient tätig. Franziska Magdalena Danelon (seine Mutter) wurde als Tochter des britischen Konsuls Antonio Guiseppe Danelon in Triest geboren und war Italienerin.

Ab 1861 lebte Eckenbrecher in Potsdam und heiratete 1875 Johanna Stever, eine Gutsbesitzertochter aus Mecklenburg. Schon als Kind hatte der kleine Eckenbrecher gern gezeichnet und begann 1889 eine entsprechende Ausbildung in Berlin als Marine- und Landschaftsmaler. Er reiste viel und führte ein erlebnisreiches Leben. 1919 zog er, Ruhe suchend, nach Goslar, wo 1845 sein Onkel Adolf Carl von Eckenbrecher eine Elise von Clausbruch in der Stephanikirche geheiratet hat. Thermistokles v. E. war schon 77 Jahre alt, als er in der Kornstraße 51 ein Haus erwarb und trotz seines hohen Alters gab er seiner Wahlheimat das, was er zu geben vermochte. Die Stadt soll es ihm gedankt haben. Die Goslarsche Zeitung lobte ihn als Organisator der 2. Kunstausstellung vom 28.8. bis 18.9.1921 des Goslarer Künstlervereins und seine ausgestellten Werke. In das Gästebuch der Altehrwürdigen Herberge zum Brusttuch schrieb er als Mitglied des Stammtisches Lange Bank: „Erst mach‘ Dein Sach‘ - Dann trink‘ und lach‘!“ Der Eintragung seiner Lebensphilosophie – fügte er die Zeichnung eines Fischerbootes hinzu. Am 4.12.1921 starb er und wurde im Familiengrab auf dem Friedhof in der Hildesheimer Straße beigesetzt.

Quellen:

  • Stadt Goslar, Bauamt, Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • Schallock, Heinz; von Ol… bis Ohlhof, 1108 bis 1996, 888 historische Jahre

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.