Goslarer Straßennamenkatalog - Wilhelm-Söffge-Weg


Wilhelm-Söffge-Weg

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Der Willhelm-Söffge-Weg beginnt an dem Wendekreis, an dem die Grundner-Culemann-Straße aufhört. Zum Wilhelm-Söffge-Weg gehören auch 2 Abzweigungen die aber lediglich als Fußwege zu den hier stehenden Häusern führen. Auffallend ist vor allem ein Weg, der zu den Hausnummern 13a – 20 führt. Die hier stehenden Reihenhäuser haben überstehende Vordächer. Ihre zugehörigen Garagen befinden sich auf der rechten Seite, bevor man zu den Häusern gelangt. Wie in diesem Stadtteil üblich, ist auch hier der 1986 benannteWeg, rot gepflastert.

Wilhelm Söffge erblickte am 9. März 1876 in der Goslarer Oberstadt das Licht der Welt. Er war in dieser Generation das älteste von 8 Kindern einer alten, traditionsreichen Handwerkerfamilie, die Goslar seit 1810 ihre Heimat nennt. Er erlernte ab 1891 in der 3. Generation den Beruf des Zimmermanns, wie auch 4 seiner Brüder. Schon als junger Handwerksgeselle engagierte er sich politisch - (Meinungsvorbilder waren sein Vater und Großvater) und in der Gewerkschaftsbewegung. Er wurde Mitglied in der SPD. Im Jahr 1906 heiratete er Berta Heinemann. 1907 wurde dann Sohn Fritz geboren.

Von 1908 bis 1910 führte Söffge den Vorsitz im Gewerkschafts-Ortskartell. Am 25. März 1919 wird er als Bürgervorsteher für die SPD gewählt. Seine politischen Themenschwerpunkte in dieser ehrenamtlichen Funktion waren die Forst- und Weidewirtschaft, Brennholzversorgung und Wohnungsbau, sowie private Nutztierhaltung. Er besetzte mehrere öffentliche Ämter für die SPD, machte sich aber damit bei der NSDAP unbeliebt. Seit 1920 arbeitet er als Polier und gründete am 1. Mai 1922 ein eigenes Baugeschäft. Vom 11. Juni 1924 an war er als Senator für Landwirtschaft und Forsten nebenberuflich tätig. In den zwanziger Jahren war er der Hauptbürge für das SPD- und Gewerkschaftshaus in der Bergstraße 6, sah sich aber einer immer stärker werdenden Hetz- und Rufmordkampagne durch die Nazis in Goslar ausgesetzt.

Am 27. März 1933 wurde Wilhelm Söffge gezwungen, von seinen politischen Ämtern zurückzutreten. Auch seine Firma musste er im März 1933 an seinen Sohn Fritz Söffge abtreten. Als sein Sohn 1940 zur Wehrmacht eingezogen wird, überahm er wieder die Leitung seiner Baufirma. Nachdem sich der alte Söffge 1945 ins Privatleben zurückzieht, geht Sohn Fritz an den geschäftlichen Wiederbeginn. Durch wachen Improvisationsgeist und die bereits breitgefächerte Struktur gelang jedoch der Übergang in die Wiederaufbauzeit nach der Währungsreform 1948. Wilhelm Söffge selbst verstarb am 7. August 1948 in Goslar, seine Frau folgte ihm 1955.

Quellen:

  • Schallock,Heinz von Ol bis Ohlhof 1108 bis 1996, 888 historische Jahre
  • Stadt Goslar, Bauamt; Straßenverzeichnis der Stadt Goslar
  • www.soeffge.net

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Katalog für Goslar, Rammelsberg, Steinberg, Georgenberg, Sudmerberg und Ohlhof

Der Katalog ist das Ergebnis eines Projektes der Oskar-Kämmer-Schule in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jobcenter, das von der Stadt Goslar, der GMG, der Stadtbus Goslar GmbH und dem Heimatforscher Hans-Günther Griep unterstützt wurde. Ein Team aus 13 Projektteilnehmern hat sich mit der Historie und Namensgebung der Goslarer Straßen beschäftigt und erfasste Straßennamen, fotografierte Straßen, recherchierte bei Bedarf im Stadtarchiv und befragte Zeitzeugen.

Auch wenn das Projektteam stets einen hohen Qualitätsstandard vor Augen hatte, so erhebt dieser Katalog nicht den Anspruch, den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu genügen. Auch können Fehler inhaltlicher oder sonstiger Art leider nicht ausgeschlossen werden. Hierfür bitten wir um Verständnis.